Hohentramm l Die beiden Hohentrammer Jagdpächter Christoph Lüders und Ulrich Hehlig vermuten, dass mindestens ein Wolf zumindest ihr Jagdrevier kürzlich durchstreifte. Das gaben sie während der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft im Dorfgemeinschaftshaus Hohentramm bekannt.

Christoph Lüders, der für die Pächtergemeinschaft die Strecke des vergangenen Jagdjahres erläuterte, sprach von einer deutlichen Unruhe unter dem Muffelwild im Revier. "Hatten wir Rudel mit 30 bis 60 Tieren, so treffen wir nur noch Rudel mit sieben bis acht Tieren an. Ich vermute eine gewisse Unruhe unter dem Wild, welche nicht von Menschen verursacht wird", erklärte der Sprecher der Pächtergemeinschaft.

Ulrich Hehlig legte sogar Fotos eines gerissenen Muffelschafes vor. "Den Kadaver habe ich im Revier gefunden. Es gab aber keine Spuren, die auf ein Tier hinweisen, welches das Schaf gerissen haben könnte", erklärte er. Beide Pächter sind sich einig, verstärkt darauf zu achten, ob wirklich ein Wolf im Revier vorhanden ist, denn dann wären auch Rehe und das Damwild in Gefahr, befürchten sie.

Doch noch berichtete Christoph Lüders über eine erfolgreiche Strecke. Dazu gehörten im abgelaufenen Jagdjahr ein Damhirsch, zwei Damkälber und ein Damschmaltier. Bei Rehen kamen zehn Böcke, vier Jährlinge, vier Kitze und neun Ricken zur Strecke. Beim Schwarzwild legten die Jäger lediglich eine Überläuferbache auf die Schwarte, und beim Muffelwild streckten die Jäger zwei Schafe.

Erfolgreich waren die Weidmänner auch beim Raubwild. An sieben Füchsen setzten sie den Schuss an. Füchse sind dezimiert, weil sie von der Räude befallen waren und die Krankheit ihre Opfer verlangte, schätzte der Jagdpächter ein. Darüber hinaus gingen drei Waschbären und drei Marderhunde in Lebendfallen.

Auch Ulrich Hehlig, der 1.Vorsitzender der Jagdgenossenschaft ist, blickte auf ein ruhiges Jahr der Gemeinschaft der Landeigentümer zurück. Gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr beteiligte sich die Genossenschaft an einer Müllaktion im Frühjahr 2013, und Mitglieder der Jagdgenossenschaft kontrollierten Nisthilfen in der Gemarkung.

Stefan Schulz folgt Rumen Schreiber als Schriftführer nach

"Mit der Auflösung der Feuerwehr in Hohentramm wird es im Dorfleben einige Änderungen geben", schätzte Hehlig ein. Die Müllaktion und die Kontrolle der Nisthilfen sollten wir fortsetzen", erklärte er. Gegründet wurde ein Traditionsverein, der gesellschaftliche Aufgaben der Feuerwehr im Ort fortsetzen will. Die Jagdgenossen stellten in Aussicht, diesen Verein künftig finanziell zu unterstützen. Dazu könnte auch gehören, zum Volkstrauertag am Gefallenendenkmal der Gemeinde einen Kranz niederzulegen.

An die Ausführungen von Jagdpächtern und Vorsitzendem der Jagdgenossenschaft schloss sich die Neuwahl des Vorstandes an. Nach vier Jahren gab Schriftführer Rumen Schreiber aus beruflichen Gründen seine Aufgaben an Stefan Schulz ab. Er sowie der bisherige 1. Vorsitzende Ulrich Hehlig sowie Kassierer Norman Schulz erhielten einstimmig das Vertrauen der anwesenden Landeigentümer und werden für die nächsten vier Jahre die Geschicke der Jagdgenossenschaft Hohentramm in ihren Händen halten.

Ulrich Hehlig ließ es sich nicht nehmen, zum offiziellen Teil der Versammlung Brigitte Patzak und Angela Schulz für ihre Arbeit bei der Vorbereitung der Zusammenkunft mit Sachpreisen zu danken. Nach einem Wildessen wurde noch an Jagdgenossen die Jagdpacht ausgezahlt, bevor es zum gemütlichen Teil überging.

 

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