Nach dem Willen der Wehrleiter des Altmarkkreises Salzwedel sollen Torsten Schoof aus Jävenitz und Ralph Giesser aus Badel vom Kreistag erneut zum Kreisbrandmeister beziehungsweise Stellvertreter berufen werden. Die Wehrleiter trafen sich in Immekath zur Dienstberatung.

Immekath l Die freiwilligen Feuerwehren im Altmarkkreis Salzwedel sind ein unentbehrlicher Bestandteil der Daseinsfürsorge. Dies war eine der markantesten Aussagen am Sonnabend im Immekather Saal. Dort trafen sich die Wehrleiter zu einer mehrstündigen Dienstberatung.

Demografie ist ein Problem

Landrat Michael Ziche stellte im Rahmen der Zusammenkunft klar, dass die Wehren besser ausgestattet werden müssen, um ihre immer größer werdenden Aufgabenbereich bewältigen zu können. Beispielsweise sollen die Feuerwehren künftig noch stärker in den Katastrophenschutz einbezogen werden.

Ziche warnte jedoch davor, die Brandbekämpfer mit Aufgaben zu überfrachten, die nicht zu ihre Kernkompetenzen gehören. Schließlich sei der Brandschutz der eigentliche Auftrag der Feuerwehren. Und den zu erfüllen, sei schon schwer genug - in Anbetracht der Statistik, wonach die Tageseinsatzbereitschaft der 150 Feuerwehren im Kreis bei nur 23 Prozent liege.

Eine weitere Herausforderungen der Zukunft ist nach Ansicht des Landrates der demografische Wandel. Einwohnerschwund und Überalterung könnten langfristig den Fortbestand der Wehren gefährden. Daher, so Ziche, "ist es wichtig, dass wir rechtzeitig damit beginnen, Nachwuchs heranzuziehen." Derzeit gebe es 66 Jugendwehren mit 554 Mitgliedern. "Das kann sich sehen lassen." Jedoch seien diese Zahlen kein Ruhekissen. Der Altmarkkreis Salzwedel, so versprach der Landrat, werde seinen (finanziellen) Beitrag leisten.

Weniger aktive Einsatzkräfte

Kreisbrandmeister Torsten Schoof plädierte ebenfalls für ein bestmögliche Ausrüstung und Ausbildung. "Letztlich geht es ja um die Sicherheit der Bürger. Die haben ein Recht auf qualifizierte Hilfe."

Sorgen bereitet dem Jävenitzer die sinkende Mitglieder-Entwicklung bei den Feuerwehren. Waren es 2007, seinem ersten Amtsjahr, noch 3935 aktive Kräfte, so waren es 2013 nur noch 3519, also 416 weniger.

Im Weiteren ging auch Torsten Schoof auf die Tageseinsatzbereitschaft der Wehren ein. So seien von den 3935 Mitgliedern zwischen 6 und 18 Uhr lediglich 641 verfügbar, vor allem aus beruflichen Gründen. Dies sei kein optimaler Zustand, meinte Schoof, allerdings kaum zu ändern. Umso wichtiger sei es, die Ausbildung zu verbessern. Nur dadurch könne gewährleistet werden, dass sich die Kameraden auch mit der Technik anderer Feuerwehren auskennen, wenn bei einem Einsatz eine Gruppe aus Mitgliedern verschiedener Wehren besteht.

In puncto Nachwuchsgewinnung werde einiges getan, berichtete der Kreisbrandmeister. "An Aktivitäten, Kinder und Jugendliche für die Feuerwehr zu begeistern, mangelt es nicht", aber an der Resonanz.

Überdies warnte Schoof vor einem weiteren Problem: Es würden Kreisausbilder fehlen.

Nichtsdestotrotz zeigte sich der Kreisbrandmeister davon überzeugt, dass die Feuerwehren auch in Zukunft alle ihre Aufgaben zum Wohle der Bürger meistern werden. Seinen besonderen Dank sprach er Rüdiger Wührl, "er ist eine wichtige Säule", für die stete fachliche Unterstützung aus.

Neue Software für Einsatzleiter

Wührl, Wehrleiter in Klötze und darüber hinaus beim Altmarkkreis Salzwedel zuständig für den Katastrophenschutz sowie das Rettungswesen, informierte im Folgenden darüber, dass eine Software mit dem Namen "Fireboard" angeschafft werden soll. Diese sei für den Gebrauch in Einsatzleitwagen (ELW) entwickelt worden und soll den Einsatzleitern bei Großbränden und anderen außergewöhnlichen Szenarien die Arbeit erleichtern.

Lob für zivile Hochwasserhelfer

Als Gast bei der Dienstberatung konnte Oberst Claus Körbi, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt begrüßt werden. Er lieferte einen Vortrag über den Hochwasser-einsatz im vergangenen Jahr aus Sicht der Bundeswehr. Allein in Magdeburg-Rothensee seien 7500 Soldaten im Einsatz gewesen, in Fischbeck 980, referierte er.

Ein großes Lob verteilte er an die Feuerwehren, aber auch an das Technische Hilfswerk sowie die abertausenden zivilen Helfer, die allermeisten seien zwischen 20 und 25 Jahre alt gewesen. Von einer "Null-Bock-Generation", so Körbi, könne keine Rede sein. Ein Problem beim Hochwassereinsatz sei mitunter die Kommunikation gewesen, da die Bundeswehr ihren Funkverkehr im Gegensatz zur Feuerwehr nicht digital abwickele.

Wahl des Kreisbrandmeisters

Letzter Tagesordnungspunkt an diesem Tag waren die Wahlen. So enden die Amtsperioden von Torsten Schoof und Stellvertreter Ralph Giesser aus Badel im Juni, wie Ordnungsdezernent Hans Thiele erklärte. Beide wurden erneut vorgeschlagen. Giesser, der aus gesundheitsbedingt nicht an der Versammlung teilnehmen konnte, hatte seine Bereitschaft zum Weitermachen schriftlich geäußert. Die 58 anwesenden Stimmberechtigten votierten wie folgt: Giesser bekam 47 Ja- und 11 Nein-Stimmen, Schoof ein Nein und 57 Mal Ja. Die Wahl gilt als Empfehlung für den Kreistag, dem die Berufung obliegt.

Nicht zu vergessen: Guido Koch aus Klötze bekam die Feuerwehrspange des Landes Sachsen-Anhalt verliehen. Er hatte mit seinem Team, dem zwei weitere Kameraden der Klötzer Wehr sowie zwei Kameraden vom DRK Salzwedel angehörten, beim Hochwasser 2013 erst in Magdeburg und dann bei Stendal die Einheiten des Altmarkkreises mit Essen aus der Feldküche versorgt.

   

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