Den Platz vor der Kirche will der Hohentrammer Traditionsverein neu gestalten und zum Treffpunkt für das ganze Dorf machen. Für die Umsetzung des Vorhabens hoffen die Initiatoren auf Fördermittel, denn allein ist das Projekt nicht zu stemmen.

Hohentramm l Die markante Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert ist Wahrzeichen und Mittelpunkt von Hohentramm zugleich. Doch ihr Umfeld war lange Zeit kein Aushängeschild für das Dorf. "Es sah ungepflegt aus. Und da wir uns Gedanken gemacht haben, wie man Hohentramm schöner gestalten könnte, sind wir auf die Idee gekommen, den Kirchplatz neu zu gestalten", berichtete Ulrich Hehlig vom Vorstand des neugegründeten Traditionsvereins, der das gesellschaftliche Leben im Dorf nach dem Aus für die örtliche Feuerwehr zukünftig organisiert.

Das Areal in der Mitte des Dorfes soll zu einem gemeinsamen Treffpunkt der Hohen-trammer werden, der auch vom Verein mit genutzt wird. Von der Kirchengemeinde erhalten die Initiatoren dabei Unterstützung. "Vor allem Brigitte Schattenberg als damalige Vorsitzende des Gemeindekirchenrates hat uns geholfen und uns den Tipp mit der Bosch-Stiftung gegeben, die eine Million Euro für 20 Projekte im ländlichen Raum zur Verfügung stellt", so Hehlig. 50000 Euro hat der Verein für sein Vorhaben dort beantragt, doch vor wenigen Tagen kam leider die Absage. "Es hat nicht geklappt", teilte Traditionsvereins-Vorsitzender Thorsten Beichle der Volksstimme mit. Doch man werde trotzdem weiter versuchen, Fördermittel zu akquirieren.

Denn finanziell können die Vereinsmitglieder das Projekt allein nicht stemmen. Vorgesehen ist der Bau einer überdachten Sitzecke hinter der Kirche und eines Backofens. "Dazu wollen wir eine Streuobstwiese anlegen, auf der den Kindern alte Obstsorten näher gebracht werden können", erläuterte Ulrich Hehlig während der Jahreshauptversammlung. Schüler der benachbarten Grundschulen könnten Patenschaften für die Bäume übernehmen und das Obst auch selbst ernten.

Vor dem Gotteshaus soll eine neue Tanne gepflanzt werden. "Die könnten wir zu Weihnachten dann regelmäßig schmücken", so Hehlig. Vom Kircheneingang bis zur Sitzecke soll ein befestigter Weg führen. Und auch an ein Großfeld-Schachbrett ist gedacht, wo sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausprobieren können. Sträucher sollen als Sichtschutz angepflanzt und der Treffpunkt mit Strom- und Wasseranschluss ausgestattet werden.

Kirche stellt Verein kostenlose Verpachtung in Aussicht

Mit dem Kreiskirchenamt hat der Traditionsverein bereits gesprochen. "Sie haben sich alles vor Ort angesehen und uns versichert, dass wir das Areal kostenlos pachten können", berichtete Ulrich Hehlig. Im Gegenzug könne man auch Arbeiten erledigen, die dem Kirchengebäude direkt zugute kommen. Etwa das Verlegen einer Drainage, damit die Nässe nicht noch mehr in das Gotteshaus eindringt.

Unterstützung der Kirchengemeinde bei der Pflege wird benötigt

Doch zunächst müssen Geldgeber für die ehrgeizigen Pläne der Dorfgemeinschaft gefunden werden. Bis dahin ist der Traditionsverein auf die Unterstützung der Kirchengemeinde als Eigentümer bei der Pflege des Areals angewiesen. Auf Ebene des Gemeindekirchenrates werde dieses Thema demnächst besprochen, hieß es während der Jahreshauptversammlung.

"Wenn alles umgestaltet ist, können wir darüber reden, ob wir einen Teil der Pflegearbeiten dann selbst übernehmen", blickte Ulrich Hehlig voraus. Damit das Gelände nicht wieder zuwächst, wollen die Vereinsmitglieder allerdings in den nächsten Tagen noch einmal selbst zum Mäher greifen.