Unglücke können nicht rückgängig gemacht werden, doch die Auswirkungen für davon betroffene Menschen müssen so zügig und so umfangreich wie möglich begrenzt werden. Solch ein Szenario übten ehrenamtliche Helfer verschiedener Hilfsorganisationen am Sonnabend bei Klötze.

Klötze l Dieses Zusammenwirken von bereits zu Sanitätern ausgebildeten Helfern vom DRK-Sanitätszug, der Rot-Kreuz-Rettungshundestaffel und der DRK-Wasserwacht aus Salzwedel, THW-Kräften aus der Kreisstadt sowie Feuerwehrleuten aus Salzwedel, Klötze und Langenapel stand vom Morgen bis in den Nachmittag hinein auf dem Prüfstand, wie André Lammek informierte. Lehrrettungsassistent und Breitenausbilder Lammek, sein Kollege Oliver Ast, ebenfalls Lehrrettungsassistent und Ausbilder, sowie Notarzt Dr. Ilja Karl hatten die Ausbildung vorbereitet und gehörten zum professionellen Team, das die Abläufe verfolgte und mit bewertete.

Sanitäter erfüllten Aufgaben mit geforderter Kompetenz

Das Fazit vorweg: "Die geforderten Sanitäter, die keine Kenntnisse über den Rettungspartner hatten, haben Hand-in-Hand gearbeitet", hielt Lammek im Übungsprotokoll fest. Verletzungsmuster und deren notwendige Versorgung, bevor ein Transport zur weiteren medizinischen Versorgung erfolgen kann, beherrschten die Teams. "Die Mängel, die wir feststellen mussten, würden auch in realen Notfällen mit massiv Verletzten auftreten. Dort müssen wir stets situationsbedingt reagieren", urteilte der DRK-Hauptamtliche. Für das Organisationsteam stand nach der Übung fest, dass die von den Sanitäter abverlangten Kompetenzen im Team erfüllt wurden.

Dass das Proben solcher Übungen ein wichtiger Bestandteil für die Gefahrenabwehr bei Großschadenereignissen ist, das verdeutlichte das Interesse von Vertretern des regionalen Katastrophenschutzes. Einen Eindruck verschafften sich Dezernent Hans Thiele vom Ordnungsamt des Altmarkreises Salzwedel, der Leiter des Sachgebiets Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen im Altmarkkreis und Klötzes Feuerwehrchef, Rüdiger Wührl, der Fachbereichleiter für Katastrophenschutz der Polizei Salzwedel, André Kriegbaum, sowie Vertreter des DRK-Kreisverbandes Altmark-West und von den Johannitern aus Gardelegen.

Ein Szenario vorgegeben, das sich niemand wünscht

Zum Übungsgeschehen: Als Ausgangslage wurde angenommen, dass es an einem späten Nachmittag zu einer Explosion innerhalb einer Kinder- und Jugendferienanlage gekommen ist. Ein Szenario, das sich niemand wünscht, hieß es von Lammek. Durch entsprechende Alarmierungen wurden Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen an den Unglücksort beordert. Nachdem von der Explosion nicht betroffenen Personen aus dem Gefahrenbereich geleitet werden konnten, wird nach Vermissten gesucht, sich um Verletzte gekümmert.

Notarzt Dr. Karl leitete die Sichtung von Verletzten. Er meinte aus Erfahrung, dass bei Unglücken mit Schwerverletzten junge Einsatzkräfte wenn möglich immer in Begleitung von erfahrenen Rettern eingesetzt werden sollten. Der Anblick von Verletzungen oder Schlimmerem kann traumatisieren, die Einsatzdynamik des Retters komplett lähmen.

THW-Jugend bewährte sich als geduldiger Opferdarsteller

Trotzdem es sich nur um ein Übungsszenario handelte, stießen Helfer wie Verletztendarsteller an ihre psychischen Grenzen. THW-Kinder und -Jugendliche aus Salzwedel bewährten sich als geduldige Opferdarsteller. Die Verletztenversorgung und der Abtransport liefen in Realzeit ab, erforderten ein hohes Maß an Disziplin und Einsatzbereitschaft von den Rettern.

Das schlauchte. Auch Anke Sachser vom THW und Susanne Stichkowski von der von der Rettungshundestaffel hatten so ihre Mühen mit den Verletzten. Allein die Krankentragen aus dem gut hüfthohen Transportraum eines Rettungswagens zu holen, forderte Zeit und Kenntnisse. Dann noch einen jungen Menschen mit Muskelkraft schonend umzulagern, ist schweißtreibend. Letztendlich diente diese Übung allen, um kompetent retten zu können.

   

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