Das 50-jährige Bestehen des Immekather Spielmannszuges wurde vor zehn Jahren mit Festschrift und großem Fest gefeiert. Der 60. Geburtstag fiel am Sonnabendabend weit bescheidener, doch ebenso herzlich aus.

Immekath l Im Klubraum des Saales fanden sich die Spielleute mit Ehepartnern zu einem festlichen Essen ein. An den zwei langen Tafeln wurde die nächsten Stunden über in Erinnerungen geschwelgt.

Zu Beginn des Abends ließ Wehrleiter Uwe Randau die Geschichte des Spielmannszuges Revue passieren. Er erinnerte, dass es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg im Schützen- und Kriegerverein Immekaths einen Spielmannszug gab, der sich aber in den Kriegswirren auflöste. 1951 kamen in Immekath die ersten Karnevalsveranstaltungen auf. Dafür gab es eine Blaskapelle unter der Leitung von Otto Borchert. Bald übernahm aber der Spielmannszug Steimke die musikalische Begleitung des Karnevals.

Doch die Immekather wollten selbst wieder einen Spielmannszug gründen. Leute fanden sich, Instrumente wurden besorgt, und schon bald übten die Pfeifer unter der Leitung von Willi Randau beim Bäcker Behse sowie die Trommler unter der Leitung von Wilhelm Landsmann in der Tischlerei Drenkmann. Martin Otte übernahm den Tambourstab und gab ihn erst 2006 an Jens Stolle ab.

"Bald folgten die ersten Auftritte. Hatten die Spielleute anfangs noch Feuerwehruniformen an, wurden später graue Jacken und grüne Hüte besorgt. Aber lange durfte diese Kleidung nicht getragen werden und wurde wieder gegen die Uniform getauscht", erzählte Uwe Randau.

In den Folgejahren hatten die Spielleute über 30 Auftritte pro Jahr. Zum 1. Mai gaben sie in Klötze und noch weiteren fünf Orten bei den Demonstrationen den Ton an. In Immekath war stets der letzte Ummarsch. "Dann waren die Musiker aber auch geschafft, denn in fast allen Orten gab es einen Umtrunk", erinnerte der Ortswehrleiter.

Zu besten Zeiten 38 Mitglieder und 36 Auftritte im Jahr

Anfangs waren es um die 15 Spielleute, mit den Jahren wuchs die Mitgliederzahl an. 1964 kam Horst Stolle hinzu, der sich verdient gemacht hat und noch heute dazu gehört, obwohl er nicht mehr mitspielt. Bis zu 38 Mitglieder zählte der Spielmannszug mit Kindern, die in Spitzenzeiten bis zu 36 Auftritte im Jahr absolvierten. "1994 war für uns ein besonderes Jahr. Horst Stolle hatte mit einer Kapelle in Kloten bei Zürich Verbindung aufgenommen, um Uniformen zu bekommen. Mit Pkw wurden diese roten und schwarzen Uniformen abgeholt", beschrieb Uwe Randau. 1998 wurden erstmals Spielleute im Altmarkkreis Salzwedel durch die Bundesvereinigung Deutscher Blas- und Musikverbände ausgezeichnet. Alle zehn Ehrennadeln gingen an die Immekather Musiker.

Die vielen Auftritte zehrten an der Substanz. Die aktive Mitgliederzahl sank, der Spielmannszug stand vor der Auflösung. "Doch das wollten wir nicht. Wenn ein solches Ensemble erst einmal aufgelöst ist, fällt der Neubeginn doppelt schwer", ist Uwe Randau überzeugt. Heute hat sich der Spielmannszug wieder gefestigt. 18 Musiker gehören zum festen Stamm.

Ganz intern blieb die Feier am Sonnabend jedoch nicht. Gegen 21.30 Uhr gab es eine faustdicke Überraschung: Plötzlich öffnete sich die Tür und auf dem Flur spielte der Musikzug der Feuerwehr Beetzendorf zur Freude aller. Mitgebracht hatten die Freunde große Fotos als Geschenk. Bis zum frühen Morgen blieben die Beetzendorfer Musiker und feierten mit.

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