Es war ein Heimspiel. So empfand es Zirkusdirektor Rüdiger Probst nach dem zweitägigen Gastspiel in Klötze. Die Startruppe der Großfamilie Probst und weitere Akrobaten brannten am Mittwoch und Donnerstag ein Feuerwerk zirzensischer Kunst ab. Zirkus Probst begeisterte das Publikum.

Klötze l Beim Zirkus Probst gibt es kein Ausruhen. Es geht immer mit Volldampf voran, was fürs Auf-, Um- und Abbauen sowie für die Präsentation der Zirkuskunst gilt. Und das bereits seit 69 Jahren. Bester Beweis war der Abbau des Tigerkäfigs aus der Zirkusmanege heraus. Nach einer Minute und 45 Sekunden hieß es: "Manege frei für den nächsten Auftritt."

Alle diese 16 Auftritte hatten ihre eigene, besondere Klasse. Für die Kinder der Abendvorstellung am Donnerstag war Clown Pom Pom der Größte. Der Ungar begeisterte mit Aussehen, seiner Gestik und insbesondere mit seinen durchdachten Späßen. Pom Pom machte auch vor dem Publikum nicht halt. Der Klötzer Daniel Jieberjahn musste für einen Spaß herhalten und tat es gern: Der Clown trat bei seinem Auftritt als medizinischer Notfallhelfer mit Sonderausrüstung auf. Mit seinem Hörapparat könne er nämlich bis ins Seelenleben seiner Patienten hineinhören. Das Ergebnis drückte die aus Kiew stammende Probst-Zirkuskapelle mal gefühlvoll, oder eben wie bei dem Klötzer mit Klamauk musikalisch aus. Pom Pom begeisterte.

Pferde sind die Welt von Alexandra Probst. Bereits im ersten Teil der Vorstellung erntete die Pferdewirtin Szenenapplaus für ihre Ungarische-Post-Dressur. Noch eindrucksvoller gelang ihr die Show mit acht andalusischen Schimmeln im zweiten Teil. Auf ihre Körperkräfte verlässt sich hingegen Jessika Probst. Auf einem fingerdünnen Schlappseil zu balancieren, dazu noch auf einem Einrad stehend Jonglierkeulen durch die Luft zu wirbeln, das ist hohe zirzensische Kunst.

Mit Überschlag und Salti wirbeln sie durch die Luft

Sie wirbeln gleich selbst mit Überschlag und Salti durch die Luft, wenn gefordert, fast bis unter die Zirkuskuppel. Die Federovis aus Kiew scheinen die Schwerkraft zu überwinden, wenn sie vom Trampolin abheben, sehr zum Gefallen des Publikums. Dafür unterbrachen Luise Lüttkemüller und Max Bersiner aus Beetzendorf sogar das Naschen von Popcorn.

Als die sibirischen Tiger in die gesicherte Manege auf ihre Plätze huschten, wurde das Publikum still. Erst als Dompteur Rüdiger Probst fast wortlos, aber mit Nachdruck, als anerkannter Anführer dieser Gemeinschaft von Mensch und Raubtier die Katzen zu Kunststücken bewegte, fiel die Anspannung beim Publikum ab. Es wurde gemurmelt und geklatscht. Der Höhepunkt an Nervenkitzel war erreicht. Fassungslosigkeit bestimmte dann die Vorführung seiner Körperakrobatik. Der Afrikaner Juma schien ein Mensch aus Gummi zu sein.

 

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