Seit mehr als 20 Jahren warten die Menschen dies- und jenseits der Landesgrenze auf den Bau der Bromer Ortsumgehung. Doch das Warten nimmt kein Ende.

Brome l Die geplante Bromer Ortsumgehung "enge-Süd" lässt weiter auf sich warten. Obwohl die Umgehung im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen im sogenannten vordringlichen Bedarf eingestuft ist, ist weiter Geduld gefragt. Denn seit der Projektkonferenz zum Auftakt der Entwurfsplanung, die am 18. Mai 2011 stattfand, herrscht irgendwie das berühmt-berüchtigte Schweigen im Walde. Aber warum ist das so? Die Volksstimme befragte dazu Michael Peuke, Fachbereichsleiter Planung bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSTV) in Wolfenbüttel. Er erklärte, dass der Straßenentwurf derzeit in einem "sehr komplexen Verfahren" unter Berücksichtigung aller relevanten Belange aufgestellt werde. "Das bedeutet aber auch, dass es immer wieder Wartezeiten gibt, in denen auf Fachbeiträge anderer Planer gewartet werden muss. Da der Geschäftsbereich Wolfenbüttel auch noch andere Planungsvorhaben bearbeitet, kommt es leider auch zu Verzögerungen."

Gegenwärtig, so berichtete Peuke, befände sich der Vorentwurf in der Endbearbeitung. Nach vier Jahren. Für Außenstehende mag das eine lange Zeit sein. Doch für Michael Peuke ist das nichts Ungewöhnliches. "Dies ist ein durchaus üblicher Rahmen bei Neubauvorhaben", informierte der Fachbereichsleiter.

Gegen Feststellungsbeschluss kann geklagt werden

Wer aber denkt, dass es mit der Bromer Ortsumgehung nun ruckzuck gehen wird, der irrt gewaltig. So muss besagter Vorentwurf natürlich noch geprüft und genehmigt werden. "Anschließend", so erläuterte Michael Peuke, "können wir die Planfeststellungsunterlagen aufstellen. Das Planfeststellungsverfahren selbst wird zirka eineinhalb Jahre dauern und mit dem Planfeststellungsbeschluss abschließen. Dieser ist dann unsere Baugenehmigung. Hiergegen kann dann erstmalig geklagt werden."

Und genau davon ist in Anbetracht der diversen Bürger-initiativen in Brome, die sich seit vielen Jahren bekämpfen, wohl auszugehen.

Die Bundesstraße 248 gilt anerkanntermaßen als wichtige überregionale Fernstraßenverbindung zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Als Achse für den Wirtschafts- und Berufsverkehr ist die Trasse unverzichtbar. Nach der Wiedervereinigung hat das Verkehrsaufkommen stark zugenommen. Doch in Brome wird die B248 ihrer Funktion als Bundesfernstraße schon lange nicht mehr gerecht. Vor allem deshalb, weil das Nadelöhr am Junkerende für den Schwerlastverkehr nicht passierbar ist.

Daher wurde für Lkw bereits 1993 eine Umleitungsstrecke über das untergeordnete Straßennetz um Brome herum eingerichtet. Dadurch, auch das ist unbestritten, werden jedoch Strecken und Ortsdurchfahrten belastet, die für die Aufnahme dieses Verkehrs nicht geeignet sind. Vor allem die Menschen entlang der L23 zwischen Böckwitz und Kusey sind von den negativen Begleitumständen besonders betroffen. Die Lösung ihre Probleme soll die Bromer Ortsumgehung sein.

Doch erst wenn der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ein rechtskräftiger Planfeststellungsbeschluss und die nötigen Haushaltsmittel zur Verfügung stehen sowie die benötigten Grundstücke für die "enge-Süd"-Variante erworben worden sind, kann mit dem Bau der Bromer Ortsumgehung begonnen werden.

Doch wann das der Fall sein wird, kann Fachbereichsleiter Michael Peuke nicht sagen.

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