Brome/Steimke l Zu früh gefreut. Zwischen Brome und der sachsen-anhaltinischen Landesgrenze in Richtung Steimke entsteht bis auf Weiteres kein Radweg. Im Januar hatte die Pressestelle des niedersächsischen Verkehrsministeriums noch den Willen zur Realisierung bestätigt und erklärt, dass das Land gut die Hälfte der Kosten übernehmen wolle (Volksstimme berichtete).

Doch nun ruderte der Landkreis Gifhorn, dem die restliche Finanzierung obliegen würde und der als Träger der Straßenbaulast auch der Bauherr gewesen wäre, zurück. Denn: "Wir haben im Landkreis Gifhorn ein Radwegebauprogramm, in dem die Vorhaben nach ihrer Priorität, die sich beispielsweise daraus ergibt, dass ein Schulweg abgesichert oder der Tourismus gefördert werden soll, gestaffelt sind. Doch ein Radweg zwischen Brome und Steimke taucht darin gar nicht auf", erklärte Bauamtsleiter Alexander Wollny im Gespräch mit der Volksstimme.

Altmarkkreis: Radweg bis zur Landesgrenze ist derzeit nicht geplant

Er vermutet hinter der Mitteilung des Landes ein missverständliches Vorpreschen. So soll zwar ein Radweg gebaut werden, und sogar noch innerhalb dieses Jahres, aber nur vom Bromer Ortsausgang bis zum Bromer Sportplatz, der sich etwa auf halber Strecke in Richtung zur Landesgrenze befindet. Etwas kurios mag erscheinen, dass auch diese Investition eigentlich nicht im Radwegebauprogramm des Landkreises Gifhorn verankert war, gemäß eines politischen Beschlusses jedoch zusätzlich umgesetzt werden soll. Dies, so erklärte Wollny, hänge unter anderem mit der Herabstufung der dortigen Landes- zur Kreisstraße zusammen.

Für eine Fortführung des Radweges vom Bromer Sportplatz bis zur Landesgrenze würden dem Landkreis Gifhorn laut Alexander Wollny die Gelder fehlen. Noch dazu bestünde dazu aktuell auch keine Notwendigkeit, selbst wenn das Land Niedersachsen Mittel zur Verfügung stellen würde.

Anders, so schätzte es der Gifhorner Bauamtsleiter ein, läge der Fall, wenn der Altmarkkreis Salzwedel dem Landkreis Gifhorn offiziell die Bereitschaft zum Bau eines Radweges entlang der K1122 vom Steimker Ortsausgang bis zur niedersächsischen Landesgrenze signalisieren würde. "Dann käme der Aspekt des Lückenschlusses ins Spiel, der für eine höhere Priorität im Radwegebauprogramm sorgen könnte."

Allerdings hatte der Altmarkkreis Salzwedel Anfang des Jahres auf Anfrage betont, dass der Bau eines Radweges von Steimke bis zur Landesgrenze nicht geplant sei. Auf eine neuerliche Anfrage der Volksstimme gab es bisher keine Reaktion.