Rund 100 Kunrauer und Einwohner umliegender Orte folgten der Einladung der BUND-Ortsgruppe Kunrau zu einer Protestveranstaltung am Sonnabendnachmittag gegen den Bau einer Schweinemastanlage am Ortsrand.

Kunrau. Auf dem Parkplatz vor dem Freibad trafen sich die Veranstaltungsbesucher zu Diskussionen bei Glühwein, Kaffee oder Tee sowie Kuchen. "Das ist eine zwanglose Zusammenkunft, bei der wir über die Probleme sprechen wollen", sagte Gustav Müller.

Der Ort des Protestes wurde nicht wahllos ausgesucht. "Damit wollen wir auch für den Erhalt des Freibades Akzente setzen", machte Gustav Müller deutlich. Beides sei im Zusammenhang zu sehen, da nach dem Bau einer industriellen Schweinemastanlage in der Nähe kaum noch jemand das Freibad im Sommer besuchen würde. Das Mitglied der BUND-Ortsgruppe wies ausdrücklich darauf hin, dass die Protestaktion eine zwanglose Veranstaltung ist und frei von politischen Ambitionen sei.

Während der Zusammenkunft auf dem Parkplatz vor dem Freibad verteilten die Mitglieder der BUND-Ortsgruppe Kunrau erste Vordrucke für Einwendungen gegen den Antrag der Schweinemastbetreiber auf die immissionsschutzrechtliche Genehmigung (BimSchG). Diese Vordrucke wurden vorsorglich an Teilnehmer der Protestaktion verteilt, "damit sie sich schon mal mit dem Schreiben vertraut machen können", sagte Friedhelm Licht.

Noch ist das Verfahren der Genehmigung nicht öffentlich ausgelegt. "Die Einwendungen können erst dann erfolgen, allerdings wollen wir die Bevölkerung bereits jetzt darauf einstimmen", sagte der Schwarzendammer. Wenn der Antrag der Betreiber öffentlich ausliegt, würden die Kunrauer und Bewohner der umliegenden Orte darüber informiert.

Gustav Müller gab anschließend noch einige Hinweise zu den Einwendungen: "Jeder muss seine eigenen Überzeugungen handschriftlich oder mit Schreibmaschine eintragen. Gleichlautende Formulierungen würden als ein Einwand gewertet, was wir von vornherein verhindern wollen." Mitglieder der BUND-Ortsgruppe nehmen die Schriftstücke entgegen und werden diese an das Landesverwaltungsamt in Halle weiterleiten.

"Sollten die Einwendungen nicht erfolgreich sein, erwägen wir gerichtliche Schritte gegen den Bau der industriellen Schweinemastanlage. Dazu wollen wir uns zuvor aber eine Einschätzung geben lassen, inwieweit gerichtliche Schritte zum Erfolg führen können", erklärte Heinrich Behne. Sollte wider Erwarten die Einschätzung negativ ausfallen, werde das Geld für Anwälte und Gerichtskosten anders eingesetzt, ist er überzeugt. "Dann soll es für den Erhalt des Freibades Verwendung finden", so Behne. Denn der Erhalt des Freibades stehe auch auf der Kippe, auch wenn die Schweinemastanlage nicht gebaut wird, ist der Kunrauer überzeugt, denn die Finanzlage der Kommunen sei nicht rosig. "Wir wollen aber nicht, dass die Einwohner einmal nach Brome oder Klötze in die Freibäder fahren müssen, obwohl wir im Ort über ein gut angenommenes Bad verfügen", ist Behne überzeugt.

Die rund 100 Besucher, die aus Kunrau und Umgebung gekommen waren, nutzten die Gelegenheit der Protestaktion auch , um in persönlichen Gesprächen mit den BUND-Mitgliedern der Ortsgruppe Fragen zu klären. Susanne Scharf fragte zum Beispiel Friedhelm Licht, ob nur Einwohner Kunraus und den umliegenden Orten gegen die Schweinemastanlage Widerspruch einlegen können. Bei entsprechender Begründung können das auch Einwohner anderer Orte tun, erklärte er. Es komme nur auf die Begründung an. Schließlich würde mit dem Bau der Mastanlage auch die touristische Attraktivität Kunraus verloren gehen, ist er überzeugt.

Bilder