Beetzendorf (wmo). "2010 war ein Jahr, das von unserem Chor besonders viel abverlangte", bilanzierte Arnold Batke, Vorsitzender des Männerchores Beetzendorf, am Mittwochabend während der Jahreshauptversammlung. Stolze 21-mal mussten die Sänger bei Auftritten ihr Können zeigen, davon neunmal bei Konzerten, achtmal bei Jubiläumsständchen und viermal am Grabe verstorbener Mitglieder. "Dazu kommen noch 43 Singeproben und neun Vereinsveranstaltungen, angefangen vom Vereinsvergnügen und der Busfahrt bis hin zum Kegeln und dem Frühschoppen", zählte Batke auf. Ein Pensum, das kaum noch steigerbar ist und die 24 Sänger viel Kraft kostete. Kraft, die sie auch in diesem Jahr gut gebrauchen können. "Allerdings soll doch alles etwas dezenter ablaufen", versprach der Chorchef.

Zu den herausragenden Ereignissen gehörte 2010 unbestritten die jahrzehntelang ersehnte Restaurierung der knapp 100-jährigen Chorfahne, die am Mittwoch die Wand des Vereinslokals schmückte. "Wir möchten uns nochmals beim Gemeinderat und den vielen Sponsoren bedanken, die das finanziell ermöglicht haben. Aber auch bei denjenigen Chormitgliedern, die sich hier besonders eingebracht haben", erklärte Batke. Künftig könne man die Fahne wieder zu wichtigen Anlässen mitführen und präsentieren. "Vielleicht schon im Juni beim Sängerfest in Immekath, zu dem wir eingeladen sind", blickte der Vorsitzende voraus. Gedanklich müsse man sich aber auch schon auf das Jahr 2012 einstellen, wenn der 100. Geburtstag der Fahne gefeiert werden soll.

Von den vielen Auftritten, die die Sänger im vergangenen Jahr absolviert haben, hob Batke vor allem das gemeinsame Weihnachtskonzert mit dem Frauenchor hervor. "Die entgegen dem allgemeinen Trend deutlich gestiegene Zuhörerzahl ist eine Bestätigung dafür, dass wir mit der grundsätzlichen Organisationsform des Konzerts auf dem richtigen Weg sind", schätzte der Chorchef ein. Einerseits wolle man am traditionellen Geist des Konzerts, das 1972 vom langjährigen Dirigenten Harald Malcherzyk ins Leben gerufen wurde, festhalten, andererseits aber auch neue Wege ausprobieren. "Das betrifft die Organisationsformen, die Mitwirkenden, das Liedgut und bestimmte Darstellungsweisen", so Batke. Kluge Ideen und Vorschläge seien für die Zukunft gefragt, aber auch die Bereitschaft aller, diesen Weg mitzugehen.

Auch im Vereinsleben müsse man kritisch hinterfragen, ob manche Tradition verändert, ergänzt oder sogar ganz ruhen gelassen werden sollte. Arnold Batke gab als Beispiel den Frühschoppen am zweiten Weihnachtstag an, der zuletzt nur noch von acht Mitgliedern besucht wurde. "Mein Vorschlag: Bis auf weiteres ruhen lassen. Sollte wieder mehr Interesse da sein, können wir die Veranstaltung gern wieder einführen", erklärte der Vorsitzende. Eine weitere Idee betraf das Grünkohlessen, das künftig – wie schon zu früheren Zeiten – als Schweinekopfessen fortgeführt werden soll. Beiden Vorschlägen stimmten die Mitglieder zu.

Oberstes Ziel des Chores bleibe es auch 2011, neue, möglichst jüngere Mitglieder zu gewinnen. Im vergangenen Jahr machten Jürgen Neumann aus Beetzendorf und der Rohrberger Thomas Pelczarski bereits den Anfang. "Beiden kann man bescheinigen, dass sie in der relativ kurzen Zeit ihres Mitwirkens den Chor bereichert haben", meinte Batke.

Dass der Chor seine Gesangs- und Auftrittsfähigkeit erhalten konnte, sei vor allem ein Verdienst von Dirigentin Cornelia Jung. Sie erhielt für ihren Einsatz ebenfalls ein kleines Dankeschönpräsent wie ihr Stellvertreter Lutz Pludra. Mehr über die Jahreshauptversammlung und die Pläne des Chores für 2011 lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben.