In der Stadt Klötze wurde in den vergangenen Jahren viel gebaut. Geld für die Projekte gab es unter anderem von der EU. Besonders für Straßen und Wege gab es Fördermittel.

Klötze l Laut polternd fährt das Auto über das grobe und unebene Kopfsteinpflaster. Als es an der Kreuzung vor der Kunrauer Kirche nach rechts abbiegt, ist kaum noch etwas zu hören. Der Grund: Anstatt aus Kopfsteinpflaster besteht die Fahrbahnoberfläche hier aus glatten, gleich großen, grauen Pflastersteinen. Klar: Die Straße Am Bocksgang in Kunrau ist saniert und wurde im Juli 2011 feierlich eingeweiht. Verbaut wurden 240000 Euro, darunter rund 70000 Euro an Fördermitteln aus dem Landwirtschaftsfonds der EU.

Doch die Straße in Kunrau ist längst nicht das einzige Bauprojekt in der Stadt Klötze, das in den vergangenen Jahren unter anderem mit Hilfe von EU-Geldern verwirklicht worden ist. Insgesamt flossen zwischen 2008 und heute rund 2,8 Millionen Euro an Fördermitteln in die Purnitzstadt und die umliegenden Ortschaften, wie aus einer Aufstellung des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark, kurz ALFF, hervorgeht. Dieses ist für die Vergabe von ELER-Förderungen (siehe Infokasten) im Altmarkkreis Salzwedel zuständig.

ELER ist ein wichtiges Instrument für Klötze

Die ELER-Gelder, die aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds stammen, dienen zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Geld gibt es einmal für die Land- und Forstwirtschaft oder für Projekte zur Verbesserung der Umwelt. Aber auch die Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum wird gefördert, etwa der Ausbau einer familienfreundlichen Infrastruktur. Genau dafür wurden auch in der Stadt Klötze Fördergelder beim ALFF beantragt. Hauptsächlich konnten so Straßen, Geh- oder Fahrradwege saniert oder ausgebaut werden.

Allein für diese drei Posten sind mehr als eine Million Euro aus dem ELER-Topf nach Klötze geflossen. Weitere 900000 Euro wurden für den ländlichen Wegebau zur Verfügung gestellt. Zusammen sind es 44 Projekte in und um Klötze, für die es teilweise noch 2014 Geld gibt, beispielsweise rund 42000 Euro für die Sanierung der Immekather Ruine. Eigentlich endete die Förderperiode schon 2013. Für die Zeit bis 2020 wird ein neues Programm aufgelegt.

"ELER ist ein wichtiges Instrument für unsere Stadt. Es ist schade, dass es nun zu Ende ist", so Klötzes Bürgermeister Matthias Mann. Für die Zukunft werde man sich im Rathaus neu aufstellen müssen, um weiterhin Fördergelder dieser Art zu erhalten, schätzt er. Gerade im touristischen Bereich könnte mit dem Geld von der EU noch viel erreicht werden. Als Beispiele nennt er den Ausbau des Tierparks sowie den Bau von Radwegen.

Ortschaften auf einen aktuellen Stand gebracht

Doch als einfache Entlastung der Stadtkasse zur Sanierung maroder Wege können die ELER-Mittel nicht verwendet werden, so Matthias Mann: "Nur weil eine Straße kaputt ist, gibt es keine Förderung. Für die Sanierung der Straße Soeleckengarten in Kunrau hätten wir wohl kein Geld bekommen, wenn dadurch nicht die Erreichbarkeit der Kita verbessert worden wäre." Einen Rechtsanspruch auf Förderung gebe es ebenfalls nicht, eine Bewerbung ist nötig. So könne es passieren, dass es für ein Projekt, das auf bis zu 1000 Seiten entwickelt worden ist, kein Geld gibt. In der zurückliegenden ELER-Periode seien nach Aussage von Matthias Mann die Ortschaften auf einen aktuellen Stand gebracht worden. Und tatsächlich sind es die Dörfer, die profitiert haben. Der hohe Förderbetrag für den Ort Klötze setzt sich fast ausschließlich aus Mitteln für den ländlichen Wegebau zusammen. Mit 100000 Euro wurde der Umbau des Funktionsgebäudes im Freibad, mit weiteren gut 20000 Euro die Errichtung der Dockingstation am Klötzer Freibad gefördert.