"Vom Charlottenstift zum Haus der kleinen Füße" heißt das neueste Buch des Beetzendorfer Vereins der Heimatfreunde. Auf knapp 100 Seiten und mit zahlreichen Bildern wird darin die Geschichte der Kinderbetreuung in Beetzendorf erzählt.

Beetzendorf. Eine Menge Arbeit liegt hinter Doris Tepelmann und ihren Mitstreitern vom Verein der Heimatfreunde Beetzendorf. Gerade noch so hatten sie den versprochenen dritten Band der vereinseigenen Reihe "Beetzendorfer Geschichte(n)" fertiggestellt, um ihn den Beetzendorfern zum Weihnachtsmarkt anbieten zu können. "Die Nachfrage ist bisher erfreulich", zog Vereinschefin Doris Tepelmann ein erstes Fazit. Kein Wunder, spricht doch das neue Buch alle Generationen an.

Auf 107 Seiten lassen die Heimatfreunde die Geschichte der Kinderbetreuung in Beetzendorf Revue passieren. Angefangen vom Charlottenstift, benannt nach Charlotte Gräfin von der Schulenburg, die 1842 die erste Kinderbewahranstalt in der Burggemeinde gründete. 1891 wurde das heute noch existierende Klinkergebäude in der Goethestraße errichtet, in dem die Kinder des Rittergutes I und später auch andere Beetzendorfer Mädchen und Jungen betreut wurden.

Auf zahlreichen Bildern wird der Alltag in Kindergarten und Kinderkrippe dokumentiert, die Auftritte und Feste der Jüngsten, aber auch das Wirken der Erzieherinnen und des Küchen- und technischen Personals. Der Leser erfährt, dass die Inschrift "Charlottenstift" auf dem Giebel des Gebäudes in den 50er Jahren auf Beschluss des Gemeinderates entfernt wurde. 1981 erhielt der Kindergarten dann wieder einen eigenen Namen, den der kommunistischen Widerstandskämpferin Olga Benario-Prestes. Doch der war acht Jahre später schon wieder Geschichte, ebenso wie kurze Zeit später die Nutzung des Charlottenstiftes und der ehemaligen Volksschule am Steinweg als Kindergarten. Seit 1992 sind die Jüngsten in dem umgebauten Gebäude an der Humboldtstraße untergebracht, wo zuvor schon die Krippe ihren Platz hatte.

Auch die fast 20 Jahre im neuen Domizil werden in dem Buch ausführlich gewürdigt. Und sogar der Hort, der der Kindertagesstätte angegliedert ist, hat ein eigenes Kapitel bekommen. Bis 1985 in der Baracke der ehemaligen Mittelschule in der Humboldtstraße untergebracht, wechselte er bis 1987 in die Polytechnische Oberschule, anschließend bis 1991 in die "Steinschule" und dann für zehn Jahre in das Gebäude des Charlottenstifts. Heute werden die 51 Hortkinder wieder direkt in der Schule betreut.

Ein besonderer Hingucker in dem Band sind die zahlreichen großformatigen Gruppenbilder von Anfang des vorigen Jahrhunderts bis heute, auf denen sich manch ein Leser wiederfinden wird. Wer das Buch erwerben möchte, kann sich an Schriftführer Gerd Beyer, Im Vierland 14, 38489 Beetzendorf, Telefon (03 90 00) 723, E-Mail: gerdbeyer@web.de wenden. Es kostet 20 Euro.

Inzwischen arbeiten die Heimatfreunde auch schon an ihrem nächsten Werk, das im Dezember herauskommen soll. Es behandelt die Geschichte des Beetzendorfer Stölpenbades. "Sozusagen als Vorgriff auf das 80-jährige Bestehen des Bades, das 2012 begangen wird", kündigte Doris Tepelmann an. Wer zu diesem Thema Fotos, Dokumente, interessante Fakten oder Geschichten beisteuern kann, sollte sich unbedingt beim Verein melden.