Oebisfelde (gri). Im Stadtrat und auch im Ortschaftsrat wurde das Thema bereits vor einigen Wochen angesprochen, nun beschäftigten sich auch die Mitglieder des Hauptausschusses der Stadt Oebisfelde- Weferlingen mit den geplanten Biogasanlagen in der Nachbarschaft. "An der Landesgrenze zu Niedersachsen sollen insgesamt drei Biogasanlagen gebaut werden. Nur für die Anlage zwischen Bahrdorf und Gehrendorf ist eine Flächennutzungsplanänderung erforderlich. Deshalb wurde nur in diesem Fall ein Beteiligungsverfahren eingeleitet. Für die geplanten Anlagen bei Gut Büstedt und Altenau bei Salsdorf ist das nicht erforderlich", informierte Bürgermeisterin Silke Wolf die Ausschussmitglieder.

"Ich finde es sehr sehr bedauerlich, dass wir über diese Vorhaben in keiner Weise informiert worden sind. Erst auf Anfrage haben wir als Stadt Näheres erfahren und Unterlagen erhalten. Da war es schon zwölf nach zwölf", berichtete das Stadtoberhaupt.

Sie sei nicht nur deshalb ärgerlich, weil die benachbarten Gemeinden Oebisfelde nicht informiert hätten, sondern auch darüber, dass Oebisfelde viele Jahre lang darum gekämpft habe, die Innenstadt vom Lkw-Verkehr zu befreien. Wenn nun in der Haupterntezeit, voraussichtlich in den Monaten September und Oktober, die Biogasanlagen beliefert würden, sei ein erheblicher Verkehr an Traktoren mit Hängern in der Stadt zu erwarten, bis zu 50 täglich. Und auch die Abfallprodukte müssten dann noch transportiert werden, so Wolf. Die Belastungen würden in Sachsen-Anhalt liegen, die Steuern in Niedersachsen gezahlt.

Ausschussmitglied Steffen Wetterling sagte, dass es zwar vielleicht möglich sei, die Altstadt für solchen Verkehr zu sperren, "das ist aber nur gut für Oebisfelde, nicht für die anderen Orte der Stadt, denn irgendwo müssen sie ja langfahren". Auch Dr. Bernd Schuster sagte: "Jetzt sind wir den Schwerlastverkehr in der Altstadt los und holen ihn uns durch die Hintertür wieder rein."

Auch Heide Schüler stand den Biogasanlagen kritisch gegenüber. Zum einen, weil die Straßen – die Anlagen sollen nach bisherigem Kenntnisstand der Stadt vorwiegend von Landwirten auch Sachsen-Anhalt beliefert werden – unter dem Verkehr leiden würden und die Instandsetzungspflicht vieler Straßen nach der Umwidmung bei der Stadt liege, und zum anderen, weil es dann auf lange Sicht Monokulturen in der Region geben werde, was zu erhöhten Wildschäden führen könne.