Den Ausbau der Cheinitzer Straße in Apenburg hatte der Landesbaubetrieb überraschend für dieses Jahr angekündigt. Doch jetzt könnte das Projekt erneut verschoben werden. Grund ist die marode Regenwasserkanalisation.

Apenburg l Die anteiligen Kosten für den Ausbau der maroden Cheinitzer Straße in Apenburg hat der Apenburg-Winterfelder Rat in den aktuellen Haushalt eingestellt. Doch ob das Land das überraschend angekündigte Projekt in diesem Jahr wirklich angeht, steht auf einmal wieder in Frage. "Dort wurde nicht mit eingerechnet, dass auch die Regenwasserkanalisation mit erneuert werden muss", berichtete Bürgermeister Harald Josten bei den Etatberatungen. Die Rohre seien dermaßen kaputt, dass sie dringend ausgetauscht werden müssten.

Die Gemeinde habe die Regenwasserpläne dem Landesbetrieb vorgelegt. Dort sei man überrascht gewesen. "Das hat ihre eigenen Planungen durcheinandergebracht, und sie wollten noch einmal alles überrechnen", berichtete Josten. Schließlich sei es sinnvoll, beide Maßnahmen in einem Zug zu erledigen und nicht die Straße zu sanieren, um sie anschließend für den Regenwasserkanal wieder aufzureißen. Eine Rückmeldung vom Land habe er noch nicht erhalten.

Neue Trag- und Deckschicht ist vorgesehen

Geplant war, die Cheinitzer Straße noch in diesem Jahr vom Ortseingang aus Richtung Cheinitz bis zur Brücke am Lindenwall mit einer stärkeren Tragschicht und einer neuen Deckschicht auszustatten. Die Gemeinde wäre für die Erneuerung der Borde und Gossen zuständig, die ebenfalls marode sind und an etlichen Stellen wegrutschen. Auch die Gehwege müssten mit kommunalen Mitteln in Angriff genommen werden. "Wobei wir uns überlegen müssen, ob wir sie komplett neu pflastern oder das vorhandene Kleinpflaster ranbauen", gab der Bürgermeister im Rat zu bedenken.

Wer letztendlich für die Erneuerung des Regenwasserkanals zuständig ist, ist nach wie vor nicht hundertprozentig geklärt. "Die Regenwasserentsorgung ist doch von der Verbandsgemeinde an den Wasserverband abgegeben worden, und der hat angenommen. Damit sind wir doch raus aus der Sache", meinte der Apenburger Peter Warlich. Doch so einfach ist es offenbar nicht. "Da schlägt sich niemand drum, und ich kann nur sagen, dass die Problematik noch nicht da liegt, wo sie hingehört", drückte sich Harald Josten betont vorsichtig aus. Letztlich sei die Gemeinde aber für ihre Ortsteile und die Bürger verantwortlich, die unter der maroden Kanalisation seit Jahren leiden, und könne nicht unendlich lange zuschauen, bis die Kompetenzen irgendwann geklärt sind.

Das Regenwasserkonzept für Apenburg stehe. Für den Wallgraben gibt es eine Einleitgenehmigung. Möglich wäre zudem, Regenwasser in den alten Klärteich an der Badeler Straße zu leiten und am Busbahnhof vorbei in die Purnitz. "Doch da gab es schon Fingerzeige, dass hier die Einleitung nicht ungebremst erfolgen kann", berichtete der Bürgermeister.

Harald Josten rechnet damit, dass die Erneuerung der Cheinitzer Straße frühestens im nächsten Jahr starten kann. "Dieses Jahr werden wir über die Planungsphase wohl nicht hinauskommen, wenn überhaupt", schätzt er.