Mit den steigenden Temperaturen wächst auch wieder die Gefahr von Waldbränden. Darauf, und auf einige Neuerungen zu dem Thema, weist der Waldbrandschutzbeauftragte des Kreises, Helmut Jachalke, hin.

Klötze l Seit gestern gilt im Altmarkkreis Salzwedel die Waldbrandgefahrenstufe 2. Das bedeutet geringe Gefahr. "Sollte das Wetter aber so bleiben, ohne Regen, dann dürfte Ende der Woche eine höhere Stufe erreicht sein", erklärt Helmut Jachalke, der nicht nur Waldbrandschutzbeauftragter, sondern auch Leiter des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark in Klötze ist. Von dort aus wird die Lage überwacht. Dazu bekommt das Amt von Kameras, die auf Türmen beziehungsweise Masten bei Genzien, bei Siedenlangenbeck, bei Zichtau und bei Calvörde angebracht sind, Fotos übermittelt, die von geschulten Mitarbeitern ausgewertet werden. Denn obwohl das System fast immer eine Auffälligkeit signalisiert, handelt es sich bei den vermeintlichen Feuern nur selten um einen Brand. Vielmehr sind es Fahrzeuge, die auf sandigem Untergrund Staubwolken erzeugen. Auch die flimmernde Luft über dem Arendsee kann die Technik täuschen und einen Alarm auslösen. Dieser feine Unterschied zwischen Verdacht und Ernstfall muss von den Experten, in der Regel sind das Forstwirte, erkannt werden. Bestätigt sich die gemeldete Vermutung jedoch, dann werden sofort die Leitstelle in Stendal sowie der Revierförster benachrichtigt.

Damit es erst gar nicht zu einem Waldbrand kommt, so Helmut Jachalke, ist jeder Bürger angehalten, sich entsprechend zu verhalten. Das heißt beispielsweise, dass im Wald nicht geraucht werden darf.

Die Altmark ist besonders waldbrandgefährdet

Näheres ist in der Waldbrandschutzverordnung geregelt. Auch sind offene Feuer im Wald von Mitte Februar bis Mitte Oktober verboten. Darüber hinaus erinnert Jachalke daran, dass Waldwege keine öffentlichen Strecken sind. Wer also kein Waldbesitzer ist oder ein anderes anerkanntes Anliegen hat, darf diese nicht nutzen.

Das Forstamt leistet seinen Beitrag zum Waldbrandschutz, indem sogenannte Wundstreifen angelegt werden. "Jeder Waldbesitzer muss das dulden. Die Kosten trägt das Land", erklärt der Waldbrandschutzbeauftragte. Die Altmark, so weiß er, ist durch die vielen Nadelwälder ohnehin in besonderer Weise waldbrandgefährdet und deshalb in der höchsten Kategorie, der Waldbrandklasse A eingestuft.

Dieses Jahr gab es nach Kenntnis von Helmut Jachalke bislang drei Waldbrände. 2013 waren es kreisweit insgesamt zwölf.

Übrigens, das ist neu, gibt es keine Waldbrandwarnstufen mehr, diese heißen nach einer bundes- und euopaweiten Angleichung jetzt Waldbrandgefahrenstufen (siehe Infokasten). Hier bestehen zwischen den alten und den neuen Bundesländern nun also keine Unterschiede mehr. Die Stufen werden vom 1. März bis 30. September ausgerufen. Das übernimmt Helmut Jachalke, der sich dabei vor allem nach den Angaben des Deutschen Wetterdienstes richtet.

Zum Schluss noch eine Empfehlung von Jachalke. So gibt es seit kurzem eine vom Fraunhofer-Institut entwickelte Handy-App, die über die Waldbrandgefahr in Sachsen-Anhalt informiert. Das Herunterladen ist kostenlos.