Unbegrenzt - Wege der Deutschen Einheit. So heißt eine Broschüre, die von den Lokalen Aktionsgruppen Rund um den Drömling und Isenhagener Land entwickelt wurde. Darin sind Sehenswürdigkeiten entlang der ehemals innerdeutschen Grenze zu finden.

Zasenbeck l Im Mai 2012 ist zwischen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Rund um Drömling aus dem Bereich Klötze sowie dem Pendant aus dem Landkreis Gifhorn, der LAG Isenhagener Land, in Böckwitz ein Vertrag zur Zusammenarbeit unterzeichnet worden. Damals wurde verabredet, die ländliche Entwicklung "hüben" und "drüben" mithilfe von EU-Geldern gemeinsam voranzutreiben. Wenige Monate später wurde das Projekt "Grenzenloser Drömling" auf den Weg gebracht. Hiermit sollen die Vernetzung von Angeboten entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, eine Verbesserung der überregionalen Werbung für das Gebiet, eine Steigerung der Besucherzahlen und eine gezielte Lenkung der Gäste erreicht werden. Am Donnerstag wurde im Dorfgemeinschaftshaus Zasenbeck der Abschluss dieses knapp 62000 Euro teuren Projektes gefeiert.

"Die Broschüre soll dazu einladen, die Region zu entdecken."

Regionalmangerin Kerstin Lüders

"Was lange währt, wird endlich gut", freute sich Walter Penshorn, Vorsitzender der LAG Isenhagener Land. Doch nun, nach knapp zweijährigem Engagement vieler Akteure, sei das Werk vollbracht. Jenes umfasst drei Bausteine. Erstens: eine Image-Broschüre mit der Darstellung von 16 Sehenswürdigkeiten. Zweitens: eine dazugehörige Radwanderkarte mit Routenvorschlägen. Und drittens: das Aufstellen von Schautafeln, Bänken und Fahrradständern an ausgewählten Orten.

"Die Broschüre soll neugierig machen und dazu einladen, die Region zu entdecken. Außerdem ist es ein Zeichen dafür, dass zusammenwächst, was zusammengehört", erklärte Regional-Managerin Kerstin Lüders. Daher sei der Titel des 40-seitigen Heftes, das von Arbeitsgruppen bei mehreren Treffen konzipiert und von einer Agentur aus Glindenberg (Ortsteil von Wolmirstedt) redaktionell bearbeitet wurde, auch bewusst gewählt worden. Er lautet: Unbegrenzt - Wege der Deutschen Einheit. Alle Anwesenden zeigten sich von Layout und Inhalt des Bandes restlos begeistert. Kerstin Lüders stellte stolz fest: "Das kann sich sehen lassen."

Und auch Rolf Schmeling, Vorsitzender der LAG Rund um den Drömling, der daran erinnerte, dass der erste Kontakt zu den westlichen Partnern bereits 2007 auf Vermittlung von Karl-Heinz Kull, einst Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Klötze, zustande kam, strahlte wie ein Honigkuchenpferd. "Da haben wir was Schönes geleistet", lobte er alle Beteiligten.

Walter Penshorn brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Broschüre sowie die Schautafeln dies- und jenseits der Landesgrenze auch tatsächlich zu einem touristischen Mehrwert führen werden.

"Heute ist für mich ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen."

Landrätin Marion Lau

Dem schloss sich eine sichtlich zufriedene Marion Lau an. Die Gifhorner Landrätin sagte: "Heute ist für mich ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen." So hat die 66-Jährige, wie sie erzählte, bereits 1990, also zu Zeiten der Wende, im niedersächsichen Landtag den Antrag eingebracht, den Kolonnenweg als Radweg auszubauen, um Geschichte für nachfolgende Generationen lebendig zu halten.

Diese Idee, so führte Lau weiter aus, ist aber vor allem am Widerstand von Landwirten gescheitert, die endlich wieder in den Besitz ihres früheren Eigentums gelangen wollten. Umso schöner ist es für sie, dass 25 Jahre nach dem Mauerfall Aktionsgruppen aus dem Isenhagener Land und der Altmark ihre Kooperation, die auf dem Papier steht, auch wirklich ausfüllen und als Chance begreifen.

"Es ist wunderbar, dass sie dieses Projekt auf die Beine gestellt haben. Ich hoffe, dass dieses Angebot von den Menschen rege in Anspruch genommen wird. Ich werde es jedenfalls tun", versprach Marion Lau.

   

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