Das Singer-Songwriter-Duo Blue Tales erzählte seine Geschichten am Wochenende mit instrumental ausgereiftem Gitarrenklang und der rauchigen Stimme von Rolf Buers in der Alten Molkerei Böckwitz. Seit eineinhalb Jahren begleitet ihn dabei Sebastian Schmalz musikalisch.

Böckwitz l Wer den Konzertbeginn verpasst hatte, der musste durchaus zweimal hinhören, um feststellen zu können, dass da nicht der Megastar Sting unplugged musizierte. Zwar spielt dieser Meister der Rockmusik auch ebenso gern wie das Blue-Tales-Duo vor absolut kleinem Publikum, aber die Inhaberin der Alten Molkerei, Silke Lembke, müsste schon aus rein finanziellen Gründen einen solchen Auftritt ablehnen.

Und doch schwang immer wieder der typische Sting-Sound mit, wenn Rolf Buers "Living the Blues", den 1986er Sting-Klassiker "I´m on fire" oder "Eye to eye" anstimmte. Gleich zu Beginn spendierte Buers den von Gordon Matthew Thomas Sumner, wie Sting mit bürgerlichen Namen heißt, immer wieder gesungenen Blues "It´s raining in Georgia". Und das Duo erhielt ersten großen Applaus in Böckwitz.

Für Blue Tales war es bereits der dritte Auftritt auf der kleinen Bühne der Alten Molkerei; erstmals allerdings in der Besetzung Buers/Schmalz. Seit eineinhalb Jahren ist dieses Duo musikalisch verwachsen. Die leisen Gitarrenklänge und die zurückhaltende Tenorstimme von Sebastian Schmalz harmonieren bestens mit der Röhre seines dominanten Frontmannes. Die Ausnahme sind die Gitarrensoli, die der Absolvent für Gesang und Gitarre auf seiner aus australischen Naturhölzern gebauten Konzertgitarre spielt. Zusammen mit den Tönen aus der aus australischen Schwarzhölzern gebauten Gitarre von Buers, erhielten die schnell gespielten Akkorde beider Musiker einen besonders vollen Klang. Das war insbesondere bei einer Boogie-Woogie-Eigenkomposition zu hören.

Das Besondere an Blue Tales: Kein Auftritt ist ein Abbild eines schon gespielten Konzerts - eben unplugged, was auch für Böckwitz bis in die Nacht hinein galt.