Weiter entfernt, bunter noch, als es die Toskana im vergangenen Jahr schon war, und noch ein bisschen mehr Flair von Weltenbummelei - das ist die Karibik für die Altmark. Am Freitagabend wurde in der Orangerie auf dem Zichtauer Gutshof die erste Ausstellung im Projekt "Karibik trifft Altmark" eröffnet.

Zichtau l "Sie werden den karibischen Raum in Bildern und Worten kennenlernen. Es werden nach dieser Zeit schöne Bilder, aber auch Nachdenklichkeit bleiben", versichert Densada Jungmann am Freitagabend in der Orangerie den Besuchern der Ausstellungseröffnung. Dass sie dessen so sicher sein darf, liegt daran, dass die gebürtige Jamaikanerin die Projektverantwortliche für die Veranstaltungen von "Karibik trifft Altmark" ist.

Ganz entspannt sei sie gewesen, als Magnus Staehler im vergangenen Jahr auf sie zugekommen sei und fragte, was sie von einem solchen Projekt halte. "Kein Problem. Jamaika ist meine Heimat, und von der Altmark habe ich schon viel gehört." Doch damit sei sie bei ihrer Suche nach Teilnehmern und Ratschlägen, so in der jamaikanischen Botschaft oder bei der deutsch-jamaikanischen Gesellschaft, regelmäßig mit derselben Frage konfrontiert worden: "Altmark? Was ist das?", berichtet Densada Jungmann und löst bei ihren Zuhörern allgemeine Heiterkeit aus.

Leichtigkeit in knalligen Farben strahlen die meisten der Bilder aus, die während der kommenden Wochen in der Orangerie zu sehen sein werden. Doch auch die andere, weniger bunte Seite ist zu erkennen.

Von dieser anderen Seite der Karibik berichtet Kunstsammlerin Petra Schmidt aus Stuttgart am Freitag. Drei Jahre hat sie im Auftrag der Vereinten Nationen in Jamaika gearbeitet. "Die Künstler dort kämpfen wirklich ums Überleben. Sie müssen ein Bild verkaufen, um sich überhaupt neue Arbeitsmaterialien kaufen zu können", erzählt Petra Schmidt. Die Stuttgarterin sammelt seit ihrer Studentenzeit Kunst und hat im Lauf der Jahre viele schöne Stücke erworben, von denen sie einige für die Ausstellung zur Verfügung stellt.

Weitere faszinierende Arbeiten trägt die Künstlerin Indra Ganase zur Ausstellung bei, die "ein Stück Exotik in unsere Region und für ein kulturelles Farbenspiel Sorge tragen soll", wie es Gardelegens Stadtratsvorsitzender Kai-Michael Neubüser in seinem Grußwort ausdrückt.

Authentisch, hör- und sichtbar und mit karibischem Essen und Getränken auch schmeckbar werden die kommenden Wochen in Zichtau. So gibt es morgen, ab 17 Uhr, im Kornspeicher einen Diavortrag von Jürgen Striejewski. Thema: "Faszination Karibik".

   

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