Dönitz l "Ist das Häuschen noch so klein, vor dem Dacheindecken muss Richtfest sein." - Diese Meinung vertraten die Mitglieder des Dönitzer Heimatvereins und setzten am Freitagnachmittag für ihr Spritzenhaus ein Richtfest an. "Es soll wieder so aussehen, wie es einmal gebaut wurde", begründete Lars Heseler das Engagement.

Der Heimatverein Dönitz hatte sich bereits beim vorherigen Projekt eingebracht, um das ehemalige Transformatorenhaus zu erhalten und es zu einem Glockenturm umzubauen. Nun ist das danebenstehende Spritzenhaus an der Reihe.

Dach und Dachstuhl aus dem Jahr 1924

"Wir wollen das Ensemble erhalten", erläuterte Lars Heseler. Er, sein Sohn Lars, Rainer Kuphal und Frau Maria sowie Frank Scheer machten sich am 10. Mai daran, das Dach des Klötzer Dachdeckers Meyer aus dem Jahr 1924 abzudecken und den Dachstuhl des kleinen Gebäudes zu erneuern. Das dafür verwendete Holz stammt noch vom 2009 eingeweihten Glockenturm, wusste Rainer Kuphal. Um den Turm mit Beton auszugießen, bekam er ein Holzkorsett. "Dieses Holz haben wir jetzt für den Dachstuhl genutzt." Die Richtkrone für das Richtfest in kleiner Runde hat übrigens Britt Heseler gebunden, verriet Maria Kuphal.

Am Freitag standen nun die Heimatfreunde mit gefüllten Schnapsgläsern vor dem drei Meter mal vier Meter kleinen Spritzenhaus. Lars Heseler (senior) sprach den traditionellen Richtspruch: "Der neue Bau ist aufgerichtet. Gedeckt, gemauert ist er nicht. Noch können Regen und Sonnenschein von droben und überall herein. Drum rufen wir zum Herrn der Welt, er möge droben vom Himmelszelt nur Heil und Segen gießen aus hier über dieses offene Haus. Soll dieser Bau gar ewig stehen, muss dieses Glas in Scherben gehen."

Nach dem Austrinken warf Heseler das Glas gegen eine Mauer des Hauses, wo es zersprang. "Nun Maurer decket und mauert aus, der Segen Gottes ist im Haus", beendete Heseler den Richtspruch.

In geselliger Runde folgte das kleine Richtfest. Noch ist eine Folie über den Dachstuhl gespannt. "Das wird aber nicht so bleiben", erklärte Zimmerer Lars Heseler.

Einwohner spendierten Schrott für Finanzierung

Der Dachstuhl bekommt eine Vollverschalung und Pappe darüber. Dann wird er mit Biberschwänzen gedeckt. Diese Arbeiten will Dachdecker Stefan Rickel übernehmen, der als Neubürger in Dönitz begrüßt wurde. Und Rüdiger Kufahl will als Freund des Heimatvereins Maurerarbeiten am Spritzenhaus übernehmen.

Die finanziellen Mittel für die Sanierung stammen übrigens aus einer Schrottsammlung im Ortsteil.