Auf dem Gelände des früheren Milchwerkes an der Poppauer Straße in Klötze sollten nach dem Willen der Eigentümer eigentlich Konzerte oder Messen stattfinden. Doch von diesem Gedanken haben sich Stephan und Ulrich Hummel, der jetzt in Costa Rica wohnt, längst verabschiedet.

Klötze l Es war im Herbst 2009, als Ulrich Hummel aus Ahnsbeck bei Celle das ehemalige Milchwerk an der Poppauer Straße in Klötze erwarb. Er und sein Sohn Stephan wollten das 7,5 Hektar große Areal zu neuem Leben erwecken und sich dadurch eine Existenz aufbauen. Es gab visionäre Vorstellungen, doch davon haben die beiden Männer mittlerweile Abstand genommen. Wahrscheinlich ein für allemal.

"Großveranstaltungen wird es hier nicht geben", betonte Stephan Hummel im Gespräch mit der Volksstimme. Er bestätigt, dass vor allem sein Vater, der früher als Auktionator arbeitete, anfangs "sehr euphorisch" war. Aber es dauerte nicht lange, da kehrte im Hause Hummel Ernüchterung ein. Beispielsweise sollte Klötze zu einem Mekka der Oldtimer-Szene gemacht werden. Doch schon das erste Treffen, es war im Mai 2012, mit dem Schwerpunkt Mercedes, geriet zum Flop. Und auch der zweite Versuch, dieses Mal mit dem Thema Trabi und Wartburg, von dem sich die Organisatoren wirklich viel versprachen, erwies sich als Desaster. Die Hummels hatten sich bis zu 5000 Besucher erhofft, doch erschienen gerade mal ein gutes Dutzend Gäste.

Stephan Hummel vertreibt im Internet Ersatzteile

"Das ist richtig in die Hose gegangen. Allein für Werbung hatten wir rund 15000 Euro ausgegeben. Das war bitter", erinnert sich Stephan Hummel. Die weiteren Oldtimer-Treffen wurden daraufhin abgesagt.

Die Wünsche seines Vaters nennt Stephan Hummel heute Hirngespinste. Dazu gehörten unter anderem Open-Air-Konzerte, Country-Festivals mit Stars wie Gunter Gabriel oder Truck Stop und Messen aller Art. Im Nachhinein, so meint Stephan Hummel, sei man zu naiv und blauäugig an die Sache herangegangen und habe sich von der relativen Nähe zu Städten wie Hamburg, Braunschweig oder Berlin blenden lassen.

Entsprechend, so sagt Stephan Hummel, wird es auf dem Gelände auch weder eine Fischzuchtanlage noch einen Windpark geben. Auch das hatte sein Vater einst im Hinterkopf.

Im Übrigen sei Ulrich Hummel, der mittlerweile über 70 Jahre alt ist, auch gar nicht mehr im Lande. "Er hat sich zur Ruhe gesetzt und verbringt seinen Lebensabend in Mittelamerika", informiert Stephan Hummel, der vor Ort geblieben ist und nach eigener Aussage im Internet Ersatzteile für Autos vertreibt.

Die sieben Hallen, bis zu 6000 Quadratmeter groß, hat er größtenteils vermietet, so an einen Tischler und einen Maschinenhandel. Weitere Einnahmen erzielt Stephan Hummel aus der 2012 für etwa eine Million Euro errichteten Fotovoltaikanlage, die Sonnenenergie in Strom umwandelt, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. "Ich komme zurecht", erzählt er.

Nicht erklären kann sich der Endvierziger hingegen, warum das Milchwerk im Veranstaltungskalender der Stadt Klötze auftaucht. Demnach soll dort am 14. Juni ein Tag des offenen Hofes stattfinden. Stephan Hummel vermutet, dass dies auf die Initiative derjenigen zurückgeht, die auf der Fläche regelmäßig Floh- und Möbelmärkte veranstalten.