Das Apenburger Burgfest will die Gemeinde Flecken Apenburg-Winterfeld auch künftig unterstützen, allerdings nicht mehr als Träger der Veranstaltung. Diese Aufgabe müsse ein Verein, eine Privatperson oder eine Arbeitsgruppe übernehmen, beschloss der Rat am Dienstagabend.

Altensalzwedel/Apenburg. Die Apenburg-Winterfelder Räte sind sich einig: Das Apenburger Burgfest, das jährlich tausende Besucher in die Gemeinde lockt, ist ein Aushängeschild und muss erhalten bleiben. Doch die Trägerschaft über das Mittelalterspektakel will die Gemeinde künftig nicht mehr übernehmen. "Das ist eine freiwillige Aufgabe, die früher oder später gekippt wird, wenn sich unsere Finanzsituation weiter verschlechtert. Damit wäre die Zukunft des Burgfestes in Gefahr", erläuterte Bürgermeister Harald Josten am Dienstagabend im Rat. Stattdessen müsse sich ein Verein, eine Arbeitsgruppe oder Ähnliches bilden, die als Träger zur Verfügung stehen.

Um Nägel mit Köpfen zu machen, wollte der Rat einen entsprechenden Beschluss fassen. Doch das gestaltete sich schwieriger als erwartet. Grund war die Ankündigung von Burgfest-Organisator Andreas Schwieger in einem Brief an den Bürgermeister und seinen Stellvertreter, im Falle einer Annahme des Beschlusses nicht mehr zur Verfügung zu stehen. "Damit würde es in diesem Jahr kein Burgfest geben", stellte Harald Josten klar.

Einigen Gemeinderäten platzte der Kragen. "Ich fühle mich regelrecht erpresst. Über den gesamten Zeitraum werden wir von Herrn Schwieger ignoriert, und jetzt so etwas", ärgerte sich der Quadendambecker Frank Mergenthaler. Schließlich sei das Thema Burgfest schon lange auf der Tagesordnung und dem Organisator immer wieder klargemacht worden, dass eine neue Trägerschaft gefunden werden müsse. Hier gehe es auch um die Glaubwürdigkeit des Rates, der jetzt endlich Klarheit schaffen müsse, pflichteten ihm andere Gemeindevertreter bei.

Ganz untätig ist Andreas Schwieger bei der Suche nach neuen Formen der Festorganisation allerdings offenbar nicht gewesen. So enthält sein Brief an den Bürgermeister den Vorschlag, das Kinderritterfest künftig auf ehrenamtlicher Basis zu organisieren und den kommerziellen Teil einem privaten Betreiber zu übergeben. Inwieweit dies jedoch schon bei der 14. Auflage in diesem Jahr greifen könnte, wurde nicht bekannt.

Der Apenburger Eberhard Dierks versuchte die Gemüter zu beruhigen und sprach sich für eine Aussetzung des Beschlusses aus. "Wir sollten noch einmal für ein Jahr als Gemeinde die Trägerschaft übernehmen, aber zugleich deutlich machen, dass das Burgfest ab 2012 auf andere Beine gestellt werden muss", schlug er vor. Schließlich seien die Vorbereitungen für das Fest in diesem Jahr bereits im Gange und schon einiges investiert worden.

Doch eine Verschiebung kam für die meisten Gemeinderäte nicht in Frage. Sie wollten jetzt Klarheit haben. Bürgermeister Harald Josten bot jedoch eine Kompromissformulierung für den Beschluss an, die eine stärkere kommunale Mitwirkung beinhaltet. "Die Gemeinde erklärt sich bereit, die Weiterführung des Burgfestes zu begleiten und sichert dem Träger Unterstützung zu. Die Trägerschaft soll jedoch durch einen Verein, eine Privatperson oder eine Arbeitsgruppe übernommen werden", so sein Vorschlag.

Wie denn die Unterstützung der Gemeinde aussehen solle, wollte der Apenburger Peter Warlich wissen. Das komme darauf an, was der Träger für das Burgfest benötigt, hieß es. "Herr Schwieger legt uns eine Liste vor, was er braucht, stellt einen Antrag und wir befinden dann darüber", meinte Volker Preiß. Dies könne einen Zuschuss ebenso beinhalten wie die Zurverfügungstellung der Gemeindearbeiter für die Vorbereitung des Festes. Vizebürgermeister Mark Wöllmann könnte sich sogar vorstellen, dass die Gemeinde einmalig die Versicherungskosten für die Veranstaltung übernimmt, die offenbar einer der Hauptgründe für den Wunsch der Organisatoren nach kommunaler Trägerschaft sind. Die Rede ist von 1850 Euro, die eine private Absicherung kosten würde.

Mit knapper Mehrheit sprach sich der Gemeinderat für die Annahme des Beschlusses in der vom Bürgermeister vorgeschlagenen Fassung aus. Sechs Räte stimmten dafür, fünf dagegen, einer enthielt sich. Ob Burgfest-Organisator Andreas Schwieger diesen Weg mitgeht, ist allerdings noch ungewiss.