Ein Kind des DRK-Kreisverbandes Altmark West/Klötze ist erwachsen geworden: Gestern begingen die Mitarbeiter in kleiner Runde das 20-jährige Bestehen der Sozialstation mit einer Feierstunde.

Klötze. Das Bild von Schwester Agnes, die mit ihrem Moped zu DDR-Zeiten über den Fernsehschirm flimmerte, ist längst in Vergessenheit geraten. Und doch bildeten gerade diese Gemeindeschwestern vor 20 Jahren die Anfänge der heutigen Sozialstation des DRK. Bis Ende 1990 versorgten 26 Gemeindeschwestern rund 1100 Pflegebedürftige im damaligen Kreis Klötze, 19 von ihnen sind im Januar 1991 vom neugegründeten DRK-Kreisverband anfangs als ABM übernommen worden.

Waltraud Zander, Geschäftsführerin des DRK in Klötze, erinnerte gestern gern an die Aufbaujahre nach der Wende. Sie hatte alle Mitarbeiter zu einer Feierstunde in die Räume des DRK in der Bahnhofstraße eingeladen.

Heute kann sie über die Anfänge lächeln, damals war es sicher kein Zuckerschlecken. Erster Standort der Sozialstation war die ehemalige Kreispoliklinik in der Hagenstraße, erste Leiterin war Thekla Leneke, leitende Schwester Margitta Karger. Das erste Auto war ein alter VW Golf. Die Zahl der Schwestern verringerte sich auf 16, Margitta Karger wurde Pflegedienstleiterin. Sie verfügte über drei Festangestellte und zehn über ABM geförderte Schwestern.

Außenstelle Oebisfelde wird abgetreten

Die Außenstelle Oebisfelde wird 1994 an den Kreisverband des Ohrekreises abgetreten. 1998 ziehen die Schwestern mit Sack und Pack in die Bahnhofstraße über der ehemaligen Drogerie ein, danach über der Fleischerei.

Heute hat das DRK in der Bahnhofstraße 59 seinen Sitz. 16 Mitarbeiter gehören dazu, davon neun Krankenschwestern, zwei examinierte Altenpflegerinnen, zwei Altenpflegehelferinnen, zwei Hauswirt- schafterinnen und eine Auszubildende. Pflegedienstleiterin ist nach wie vor Margitta Karger, ihre Stellvertreterin Kathrin Leusmann.

Von ihnen allen werden 80 Pflegebedürftige betreut. Sie versorgen 40 Kunden mit Essen, führen 15 Bedürftigen den Haushalt, betreuen zudem zehn Demenzkranke. Zum Einzugsbereich gehören 31 Orte in der Stadt Klötze sowie in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf — von Klein Gischau bis Trippigleben, von Jübar bis Kakerbeck.

Zu den Angeboten der Sozialstation gehören die häusliche Kranken- und Altenpflege, medizinische Pflege in Zusammenarbeit mit den Hausärzten, Betreuung von Demenzkranken, Pflegeschulungen für Angehörige, Essen auf Rädern und die hauswirtschaftliche Versorgung.

"Die Sozialstation hat sich gut entwickelt", sagte gestern Waltraud Zander. "Wir sind zu einem verlässlichen Partner in der Region geworden, sind auch im Bereich Beetzendorf aktiv und pflegen eine gute Zusammenarbeit mit den Ärzten."

Fachkräfte sind schwer zu finden

Zum Kreisverband des DRK zählen 68 Mitarbeiter und 610 Mitglieder. Doch der Sozialstation steht nach rund 20 Jahren ein Generationswechsel ins Haus. Für die Geschäftsführerin ist es jedoch nicht leicht, geeignete Fachkräfte zu finden. "Wir bilden jetzt schon selber aus. Gina Brüske befindet sich im dritten Lehrjahr zur examinierten Altenpflegerin. Wir möchten sie nach ihrer Ausbildung gern übernehmen", kündigte Waltraud Zander an.

Sie möchte den Geburtstag der Sozialstation auch noch zusammen mit vielen Gästen feiern. Vor den Sommerferien wird es deshalb einen Tag der offenen Tür mit interessanten Angeboten geben.

Bilder