Nachwuchssorgen machen vor allem den kleineren Feuerwehren weiter schwer zu schaffen. Das erfuhren die Mitglieder des Feuerschutzausschusses bei ihrer Stippvisite in Siedengrieben und Stapen.

Siedengrieben/Stapen l Noch hat die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf mehr als 40 Feuerwehren, doch etliche von ihnen drücken gewaltige Nachwuchssorgen, die über kurz oder lang die Existenz gefährden. Wie zum Beispiel in Stapen. Hier sind nur noch neun aktive Kameraden in der Wehr organisiert. Mit abnehmender Tendenz, wie Ortswehrleiter Dietmar Liebig den Mitgliedern des Feuerschutzausschusses des Verbandsgemeinderates bei ihrem Rundgang mitteilte. "In einem Jahr werden es nur noch acht sein, in vier Jahren nur noch sechs", verwies er auf das altersbedingte Ausscheiden einiger Kameraden in nächster Zeit. Nachwuchs sei in dem kleinen 60-Einwohner-Dorf so gut wie nicht vorhanden, so dass die 1929 gegründete Feuerwehr einer ungewissen Zukunft entgegensehe.

Der letzte Einsatz der Stapener Kameraden liegt elf Jahre zurück. 2003 mussten sie zu einem Brand aus dem gerade neu errichteten Gerätehaus ausrücken. "Seitdem hatten wir Ruhe, wenn man mal von einem abgebrochenen Ast auf der Straße absieht, den ich selbst entfernt habe", berichtete Dietmar Liebig. Mit maximal vier Kameraden könne man derzeit in den Einsatz ziehen.

Besser sieht es im Nachbarort Siedengrieben aus. Hier sind noch 26 Kameraden in der Wehr organisiert, zwei weitere Neuaufnahmen stehen kurz bevor. Doch die Zahlen trügen. "Das Durchschnittsalter der Kameraden ist sehr hoch", erklärte Ortswehrleiter Marco Zander den Ausschussmitgliedern. "In den nächsten Jahren steigen die ersten aus und dann überaltert die Feuerwehr langsam. Nachwuchs ist nicht vorhanden."

Die erhoffte Verstärkung aus den Reihen der Hohentrammer Wehr, die auf Betreiben der Verbandsgemeinde aufgelöst wurde (wir berichteten), blieb bisher aus. "Von dort kam leider nichts", bedauerte Zander. Eine stärkere Zusammenarbeit streben die Siedengriebener mit den Wehren aus Beetzendorf und Stapen an. "Zum Beispiel bei der Ausbildung. Die Anfänge sind gemacht, aber es ist noch ausbaufähig", meinte der Ortswehrleiter.

Einsätze haben die Siedengriebener in den letzten Jahren keine verzeichnen müssen. Doch das kann sich in Zukunft wieder ändern. "Durch die neue Alarm- und Ausrückeordnung kann es sein, dass unsere Wehr mit alarmiert wird", erklärte Marco Zander.