Beetzendorf (wmo). Alle Jahre wieder kommt in Beetzendorf hartnäckig das Gerücht auf, dass die Gemeinde das Stölpenbad schließen will. Während der Jahreshauptversammlung der Heimatfreunde wusste Vorsitzende Doris Tepelmann von solchen Behauptungen zu berichten, die in der Burggemeinde kursieren. "Es heißt sogar, dass das Bad abgerissen werden soll", erzählte sie.

Bürgermeister Heinrich Schmauch hätte am liebsten gleich vor Ort Stellung zu diesen Gerüchten nehmen wollen, war aber durch die Teilnahme an der Beerdigung der ehemaligen Gischauer Ortschaftsrätin Rosemarie Weinreich verhindert. Zudem habe ihm keine offizielle Einladung vorgelegen. Also konfrontierte die Volksstimme ihn mit den in Beetzendorf herumschwirrenden Vermutungen. Die spontane Reaktion des Gemeindeoberhaupts: "Da ist absolut nichts dran."

"Zuschuss belief sich vergangene Saison auf 19 500 Euro"

Das Stölpenbad werde auch in diesem Jahr, wie es langjährige Tradition ist, zum Tag des Kindes am 1. Juni eröffnet. "Wir haben nicht die Absicht, das Bad abzureißen oder plattzuwalzen, sondern wollen es im Rahmen unserer Möglichkeiten erhalten", versicherte Heinrich Schmauch. Der Ortschef verwies darauf, dass das Stölpenbad, dessen Träger nach wie vor die Gemeinde ist, im vergangenen Jahr weit unter der Defizitobergrenze von 40 000 Euro geblieben ist, die die Verbandsgemeinde für ihre beiden Bäder in Dähre und in Apenburg festgelegt hatte.

Statt der geplanten Einnahmen von 4300 Euro, flossen sogar 5808 Euro in die Gemeindekassen – und das angesichts eines eher durchwachsenen Sommers. Dem stehen Ausgaben von 25 225 Euro gegenüber. "Der Zuschuss belief sich also auf etwa 19 500 Euro", erläuterte Schmauch.

"Defizitobergrenze von 40 000 Euro sollte sinken"

Neben dem eigenen Bad muss die Gemeinde Beetzendorf aber auch die Bäder in Apenburg und Dähre über die Verbandsgemeinde-Umlage mitfinanzieren. Angesichs dieser Tatsache regte der Bürgermeister an, über die festgelegte Defizitobergrenze noch einmal nachzudenken. "Man muss schauen, ob die 40 000 Euro nicht zu hoch angesetzt sind und nach einem Übergangsjahr nicht vielleicht heruntergeschraubt werden können", meinte er. Zudem erinnerte der Ortschef daran, dass es mal Überlegungen in der Verbandsgemeinde gab, allen vier Bädern die gleiche Summe zur Verfügung zu stellen. "Überhaupt leuchtet mir noch immer nicht ein, wo die überregionale Bedeutung der Bäder liegt, die für eine Übernahme durch die Verbandsgemeinde Voraussetzung ist", so Schmauch. Seiner Meinung nach dürfe dies erst bei einer Fremdbelegung von mindestens 50 Prozent der Fall sein – ein Wert, den keines der vier Bäder erreicht.