Die Samtgemeinde Brome und die Einheitsgemeinde Stadt Klötze befinden sich in direkter Nachbarschaft. Neue Samtgemeinde-Bürgermeisterin in Brome wird Manuela Peckmann. Volksstimme-Mitarbeiter Markus Schulze führte mit ihr ein Interview.

Volksstimme: Frau Peckmann, wann ist Ihr erster Arbeitstag als Samtgemeinde-Bürgermeisterin?

Manuela Peckmann: Die Amtszeit beginnt am 1. November 2014.

Kennen Sie Orte und Menschen aus der Altmark, speziell im Bereich der Stadt Klötze?

Ja klar, seit der Grenzöffnung bin ich dort regelmäßig unterwegs. Ich mag insbesondere die Natur im Drömling. Durch familiäre Verbindungen, Kollegen und Vereine kenne ich auch viele Menschen. Ein Begriff ist mir der Martinimarkt. Das ist eine tolle Veranstaltung und ich freue mich immer wieder, dass es der Stadt Klötze gelingt, einen so großen Markt auf die Beine zu stellen.

Sehen Sie Ähnlichkeiten zwischen der Samtgemeinde Brome und der Einheitsgemeinde Stadt Klötze beziehungsweise der Altmark, die sich zunehmend den Herausforderungen des demografischen Faktors stellen muss? Als Stichpunkte zu nennen wären zum Beispiel Leerstand bei Wohnungen, Landflucht von Ärzten, wenig Arbeitsplätze, kaum Nachwuchs bei manchen Vereinen, Probleme bei Feuerwehren im Bezug auf die Tageseinsatzbereitschaft...

Der demografische Wandel trifft uns innerhalb der Samtgemeinde Brome sehr unterschiedlich. Es gibt Gemeinden die schrumpfen, aber auch Gemeinden, die stark wachsen. Insgesamt sind die Einwohnerzahlen stabil. Die Sicherstellung des Brandschutzes ist auch bei uns ein Thema. Zwar sind wir von den Mitgliederzahlen noch recht gut aufgestellt, aber auch bei uns arbeiten immer weniger Menschen in ihren Orten, was sich auf die Tagesverfügbarkeit auswirkt.

In welchen Bereichen könnten oder sollten die Samtgemeinde Brome und die Stadt Klötze zusammenarbeiten? Eines der Stichwörter ist das Förderprogramm Leader. Ein anderes der Tourismus. Ein weiteres der Drömling, der nach hiesigen Plänen in ein Biosphärenreservat umgewandelt werden soll...

Erst vor kurzem wurde von den Lokalen Aktionsgruppen Isenhagener Land und Rund um den Drömling ein Projekt erfolgreich abgeschlossen: ein Radwanderführer entlang der Landesgrenze mit Erklärungstafeln an den Sehenswürdigkeiten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Ich finde es gut, dass dies so möglich war, denn gemeinsam kann man einfach mehr erreichen. Im Falle des Drömlings und dem Wunsch nach einem Biosphärenreservat ist eine länderübergreifende Zusammenarbeit meines Wissens nach sogar ein Muss.

Hier im Gebiet der Stadt Klötze wird hin und wieder die Kritik laut, dass es für Kinder und Jugendliche zu wenig Angebote gibt. Wie sieht es in der Samtgemeinde Brome aus?

Bei uns gibt es mehrere Jugendtreffs. Die Jugendpflegerin geht bei Bedarf aber auch auf die Jugendlichen an deren Treffpunkten zu. Außerdem werden Ferienspaß-Aktionen zu verschiedenen Themen angeboten und Ferienfreizeiten. Oft wird dabei mit benachbarten oder befreundeten Gemeinden zusammengearbeitet.

Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Mauerfalls soll am 18. November in Böckwitz eine zentrale Veranstaltung stattfinden. Inwieweit kann und will sich die Samtgemeinde Brome da mit einbringen?

Die Samtgemeinde Brome ist über eine Arbeitsgruppe, die die Veranstaltung vorbereitet, in die Planungen eingebunden.

Seit mehr als 20 Jahren leiden die Bürger zwischen Böckwitz und Klötze unter dem starken Lkw-Verkehr infolge der fehlenden Bromer Ortsumgehung im Zuge der Bundesstraße 248. Diese lässt allerdings weiter auf sich warten. Laut dem Zweckverband Großraum Braunschweig befindet sich der Vorentwurf zur sogenannten "Engen Süd"-Variante zurzeit in der Genehmigungsphase, danach folgt das Planfeststellungsverfahren. Mit Klagen ist zu rechnen. Inwieweit können Sie als Samtgemeinde-Bürgermeisterin hier Einfluss nehmen, wie ist Ihre persönliche Meinung?

Ich meine, wir benötigen eine von einer breiten Masse in der Bevölkerung getragene Lösung.

Dürfen wir sie demnächst mal in der Region begrüßen? Planen Sie eventuell ein Treffen mit Klötzes Bürgermeister Matthias Mann?

Ich denke das wird sich recht kurzfristig ergeben, denn ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Nachbarkommunen. Ganz sicher werde ich regelmäßig im Bereich der Stadt Klötze zu Gast sein.

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