Apenburg l Kultur an besondere Orte holen, die sonst nicht so im Mittelpunkt stehen, das ist das Ziel der Altmark-Festspiele, die von der Stiftung Zukunft Altmark und der Zichtau blüht GmbH in Partnerschaft mit der Europa Philharmonie Magdeburg ins Leben gerufen wurden. Und gleich die Auftaktveranstaltung war in dreifacher Hinsicht ein Volltreffer. Zum einen hatten die Veranstalter mit dem Innenhof der Alten Burg zu Apenburg nicht nur eine tolle Kulisse ausgewählt, sie bot für das angesetzte Klavierkonzert auch eine ausgezeichnete Akustik. Zum anderen nahmen mehr als 100 Besucher das Angebot an und reisten zum Teil von weit her an, wie die Nummernschilder der vor der Burg abgestellten Autos verrieten.

Dritter und entscheidender Erfolgsfaktor war aber der Künstler selbst. Der amerikanische Klaviervirtuose David Syme, der seine Konzertreise durch Europa extra für den Auftritt in Apenburg unterbrochen hatte, verzauberte das Publikum mit seinem Tastenspiel. Ob Beethovens "Appassionata" mit allen drei Sätzen, bei der man als Laie Sorge hatte, der Künstler würde sich einen Knoten in die Finger spielen, Schumanns "Arabesque", Werke von Chopin oder Gershwins "Rhapsody in Blue" - der 64-Jährige intonierte die klassischen Werke auf dem Flügel voller Hingabe und ohne den kleinsten Patzer. Zwischendurch spielte er zudem einige Melodien aus seiner irischen Wahlheimat.

Die Zuhörer sparten nicht mit Beifall für den Pianisten, der auf eine langjährige internationale Musikkarriere zurückblicken kann und sogar zwei Dutzend CDs mit bekannten Orchestern wie den Wiener Symphonikern und dem Royal Philharmonic Orchestra aufgenommen hat. "Das war ein tolles Erlebnis. Wir hoffen, Sie irgendwann einmal hier wiedersehen zu können", bedankte sich der Apenburger Paul-Werner von der Schulenburg bei David Syme. Die alte Burg seiner Vorfahren, die seit 30 Jahren von engagierten Apenburgern "im besten Bürgersinn" erhalten wird, sei der ideale Ort für so ein Konzert gewesen. "Schön, dass es auch so gut angenommen wurde", freute er sich.

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