20 Jahre ist Carsten Borchert seit Dienstag als Jübarer Bürgermeister in Amt und Würden. Ratsmitglieder und Vereine bereiteten ihm deshalb einen besonderen Empfang.

Jübar l Erst zwei Bürger (Männerchorchef Norbert Schulz und der Maria Lankowitzer Franz Klug) haben die neugeschaffene Ehrenmedaille der Gemeinde Jübar in Empfang nehmen dürfen, seit Dienstag ist Bürgermeister Carsten Borchert der dritte. Ohne ihn hatte der frisch konstituierte Rat die Ehrung einstimmig beschlossen, um den Ortschef anlässlich seines 20-jährigen Dienstjubiläums anschließend damit zu überraschen. "Als Dank für deine Arbeit in den vergangenen zwei Jahrzehnten und als Ansporn, auch weiterhin für alle Ortsteile unserer Gemeinde gleichermaßen da zu sein", wie Borcherts bisheriger Stellvertreter Wolfgang Schulz betonte.

Dass auch die Vereine der Gemeinde etwas zu seinem Jubiläum vorbereitet hatten, überwältigte den Bürgermeister vollends. "Damit habe ich nicht gerechnet", meinte Borchert, der von Mitgliedern des Lüdelsener Angelvereins Hartauspring von der Ratssitzung abgeholt und zum Sportlerheim chauffiert wurde. Dabei durfte der Jubilar auf einer hölzernen Bank Platz nehmen, die ihm die Vereine schenkten. Am Sportlerheim, wo sich Einwohner und Vereinsvertreter zusammengefunden hatten, erwartete den Ortschef dann ein weiterer großer Bahnhof. "Du hast uns in den zurückliegenden Jahren immer unterstützt, weil sich ohne Vereinsleben in der Gemeinde wenig bis gar nichts dreht. Deshalb wollen wir heute etwas zurückgeben", erklärte Männerchor-Vorsitzender Norbert Schulz. Die Vereine legten für einen Reisegutschein zusammen, den Sportvereinschef Jörg Dittmer überreichte.

"Ich bin sprachlos und das kommt nicht oft vor", zeigte sich Carsten Borchert gerührt. Für ihn seien die Vereine immer das Wichtigste im Dorf gewesen. "Lieber baue ich eine Straße drei Meter schmaler und stecke das Geld in die Vereine als einen Prunkbau zu errichten, das war und ist mein Motto", betonte der Bürgermeister. Nicht allen habe er es in den vergangenen 20 Jahren recht machen können und wegen seiner direkten Art, Probleme kritisch anzusprechen, sei er auch oft angeeckt. "Aber ich habe mir Mühe gegeben und die Arbeit als Bürgermeister hat mir immer Spaß gemacht", erklärte Borchert.

Der Jübarer war 1994 mit gerade einmal 32 Jahren zum Ortschef gewählt worden, weil Amtsinhaber Heinz-Walter Kamieth in die Verwaltung wechselte. "Das war eigentlich eine Notlösung, weil kein anderer wollte. Dass daraus 20 Jahre werden sollten, hätte ich nie gedacht", so Borchert. Aufregende Zeiten seien es damals gewesen, zumal er 1994 auch mit einem fast komplett neuen Gemeinderat anfangen musste, "der damals genau wie ich von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte". Aber er habe viel gelernt, vor allem von langjährigen Amtskollegen wie dem damaligen Hanumer Bürgermeister Heinz Mahlke. "Er war mein Vorbild, zu ihm habe ich aufgeschaut", erinnerte sich Carsten Borchert.

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