Etwa 22 000 Menschen haben am Wochenende in Berlin im Rahmen der Grünen Woche an einer Groß-Demo für einen Richtungswechsel in der Agrarpolitik teilgenommen. Mit dabei auch vier Mitglieder der BUND-Ortsgruppe Kunrau.

Kunrau/Berlin. Dieter Fröhlich, Wolfgang Lenz, Roland Predehl und Friedhelm Licht haben die BUND-Ortsgruppe in Berlin bei der Demo vertreten. Gemeinsam mit den anderen Demonstranten aus den verschiedenen Bundesländern haben sie gegen die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft, gegen Massentierhaltung, gegen die Anwendung von Gentechnik und Preisdumping in der Nahrungsmittelproduktion demonstriert. Aktuell wurde aber auch der derzeitige Dioxinskandal angeprangert. Angeführt von 80 Traktoren, startete der Demonstrationszug am Hauptbahnhof. "Zuvor waren die Landwirte mit ihren Treckern in einer Sternfahrt zum Hauptbahnhof gekommen", berichtet Friedhelm Licht. Gemeinsam ging es dann bis zur Westseite des Brandenburger Tores, wo eine Abschlusskundgebung stattfand.

Auch für die vier Kunrauer war es nach eigenen Angaben ein besonderes Erlebnis, die große Vielfalt von Plakaten und Kostümen sowie alternativer Künstler zu sehen, die den Zug mit Musik und anderen Darbietungen begleiteten.

Inmitten all der Menschen die vier Kunrauer, die ein Plakat dabeihatten, das wiederum von der Kunrauerin Annelie Liebsch gestaltet worden war: "Dieses Plakat wurde sehr oft gelobt und ganz oft fotografiert", berichtet Friedhelm Licht.

Gerade die Vertreter aus dem Bundesland Sachsen-Anhalt, die in Berlin bei der Demo waren, "haben vorrangig gegen die überall geplanten riesigen Tierfabriken, wie auch die in Kunrau, protestiert". Auch Vertreter der Initiative gegen die Schweinemastanlage in Binde, denen die Kunrauer sehr verbunden sind, wurden in Berlin gesichtet.

Spontan kam es während der Demo zu einer Begegnung der Kunrauer mit der Grünen-Bundestagsabgeordeneten Undine Kurth aus Sachsen-Anhalt: "Sie, die aktiv an der Demo teilnahm, stand plötzlich neben uns und sprach uns für unseren Kampf gegen die Schweinemastanlage erneut Mut aus", erzählt Friedhelm Licht. Mit der Grünen-Politikerin verbindet die BUND-Ortsgruppe Kunrau eine gute Zusammenarbeit, "und sie wird nicht müde, die Belange unserer Ortsgruppe zu unterstützen", freuen sich die vier Berlin-Fahrer. Die mussten übrigens viele Male anderen Demonstranten die Fragen beantworten, wo denn Kunrau liegt und was der Drömling ist. Denn mit einem weiteren Plakat (siehe nebenstehendes Foto) hatten die BUND-Gruppenmitglieder sich für die Teilnahme an der Demo gerüstet.

Als bemerkenswert empfanden die vier Männer, dass diese Demo auch von anderen Bürgerinitiativen unterstützt werden: Gesehen wurden auch Aktivisten gegen die aktuelle Engergiepolitik, gegen Castor-Transporte nach Gorleben und Lubmin, gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 sowie natürlich auch sehr viele Demonstranten gegen die geplante CO2-Verpressung in der Altmark und in Brandenburg.

Für die Kunrauer war die Teilnahme in Berlin ein Beweis dafür, dass sie in ihrem Kampf gegen die geplante Tierfabrik in ihrem Heimatort nicht allein dastehen, sondern eine große Unterstützung erfahren. So auch von Berlin-Passanten, die ohne Murren akzeptierten, dass es während der Demo zu Verspätungen der Straßenbahn kam.

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