Oebisfelde (gri). Ende November informierte die Samtgemeinde Velpke auf Anfrage der Bürgermeisterin darüber, dass derzeit zwei Unternehmen an zwei verschiedenen Standorten die Änderung des Flächennutzungsplanes für die Errichtung und den Betrieb von Biogasanlagen beantragt haben. Seitdem beschäftigen sich auch die Stadt- und Ortschaftsräte mit dem Thema. Auch am Montagabend stand es auf der Tagesordnung des Oebisfelder Ortschaftsrates.

"Ich stehe dem Ganzen mit schaumgebremster Euphorie gegenüber", betonte Ortschaftsrätin Angela Leuschner. Um sich wirklich ein Bild über die Situation machen zu können, bitte sie darum, Betreiber oder Planer, vielleicht auch beide, zur nächsten Ortschaftsratssitzung einzuladen.

Kritisch sehen die Ortschaftsräte und auch Bürger der Stadt Oebisfelde-Weferlingen das steigende Verkehrsaufkommen in der Altstadt Oebisfeldes und den umliegenden Ortsteilen durch den Zulieferverkehr für die Biogasanlagen in Büstedt und Bahrdorf. "Ich bin der Meinung, dass das genau geklärt werden muss", sagte auch Dr. Bernd Schuster zu diesem Thema. Er sei außerdem der Meinung, dass auch die Umgehungsstraße genutzt und dann parallel der Aller nach Büstedt und auch weiter nach Bahrdorf gefahren werden könnte. Es solle außerdem darauf geachtet werden, dass das Gewicht der Anhänger der Traktoren 7,5 Tonnen nicht übersteige.

Heide Schüler machte darauf aufmerksam, dass eine Sperrung der Altstadt für den Traktorenverkehr nach derzeitigem Stand nicht durchzusetzen sei. Auch müsse beachtet werden, dass die Stadt nach der anstehenden Umwidmung der Straßen im Zusammenhang mit der Umgehungsstraße für den Unterhalt der Straßen in der Stadt verantwortlich sei. Auch das könne bei starkem Verkehr ein Problem werden, denn Bahrdorf brauche für die Biogasanlage "eine erhebliche Tonnage". Sie sehe nur die Möglichkeit, sich an die Petitionsausschüsse des Landes und des Bundes zu wenden.

Frank Häber sagte zu dem Thema: "Wir werden es nicht schaffen, die Straßen Oebisfeldes zu sperren. Wir können nicht bestimmen, wer die Straßen benutzen darf und wer nicht." Dr. Schuster verwies auf die bereits bestehende Bürgerinitiative, die manchmal mehr erreichen könne als die Politik.

Ortsbürgermeister Sven Groneberg befürwortete die Idee, "genau auszuloten, welche Möglichkeiten wir haben", und auch genaue Auskünfte der Betreiber einzuholen. Er habe sich mit Tilmann Schwartzkopff als Betreiber der Bü- stedter Anlage bereits unterhalten. Sein Kenntnisstand sei so, dass Landwirte aus Bahrdorf, Wahrstedt und Meinkot Gülle zur Büstedter Biogasanlage liefern würden, mit einem Landwirt aus dem Raum Oebisfelde gebe es einen Vertrag über die Anlieferung von Mais oder Maissilage. In Büstedt sollen jährlich 14 000 Tonnen Gülle und feste Substrate verarbeitet werden, in Bahrdorf jährlich 55 000 Tonnen Silagen.