Einem interessanten Hobby, der Ahnenforschung, geht Bertin Keller aus Jahrstedt nun schon sieben Jahre lang nach. Heute beinhaltet der Stammbaum bereits rund 1500 Personen, deren Geschichte er bis ins späte Mittelalter rekonstruiert und aufgezeichnet hat.

Jahrstedt l "Angefangen hat alles damit, dass ich nicht wusste, wie meine Großeltern hießen", berichtete der Jahrstedter. Sein Vater stammte aus den Niederlanden und hatte kaum etwas vom Leben und der Familie dort erzählt. Als er dann verstarb, nahm er sein Wissen und die Information über die Herkunft der Familie mit sich.

Etwa 20 Jahre später ergriff Bertin Keller die Initiative und begann Nachforschungen anzustellen, die ihn über das holländische Konsulat zu den Behörden führten. Schon damals begannen sich diese Nachforschungen zum Hobby zu entwickeln. Keller besuchte mit seiner vierköpfigen Familie die Verwandten in der Stadt Nimwegen (holländisch Nijmegen) in den Niederlanden, um erneut Kontakt zu knüpfen und mit ihnen über die Familienzweige zu sprechen.

Einige Jahre, E-Mails, Immigrantenlisten aus der Nachkriegszeit und historische Bücher später führte die Geschichte der Familie schließlich in die Schweiz. Dort gab es zwar keine näheren Verwandten mehr, aber der Ausgangsort der Kellers, das Dorf Siblingen im Kanton Schaffhausen, existierte noch. In Schaffhausen besuchte Bertin Keller dann über mehrere Tage verteilt das Staatsarchiv, um alles über seine Urahnen zu recherchieren. Dabei wälzte er nicht nur Kirchen- und Militärbücher, auch Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden wurden sorgsam ausgewählt, durchgearbeitet und abfotografiert.

Verwandte auf der ganzen Welt entdeckt

Nach sieben Jahren Arbeit war der Stammbaum schließlich das, was er heute ist - eine Schriftrolle mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern. Ausgerollt ist das Schriftstück acht Meter lang, das allerdings nicht nur mit Auswanderern aus der Schweiz in die Niederlande und Deutschland gefüllt ist, sondern auch mit Emigranten nach Brasilien, Amerika, Russland und Australien. Den Ahnherren, den Kopf der Abstammungstafel, bildet Clävin der Keller von Siblingen, also ein Schweizer.

Er wurde das erste Mal im Jahre 1527 urkundlich erwähnt. "Das ist die Zeit des späten Mittelalters", erklärt Bertin Keller, stolz auf seine beträchtliche Sammlung.

Die Bedeutung des Namens "Keller" steht schließlich auch im Zusammenhang mit dieser Zeit. "Keller war damals ein Beruf, um genau zu sein, ein Beamtenstatus. Der Keller sammelte für die Obrigkeit den Zehnten von den Bauern, zum Beispiel Korn, Wein, Obst und Nutztiere", klärt Bertin Keller auf.

Sogar ein Wappen fand sich, das von einem Vorfahr Kellers dem Clävin zugeschrieben wird. Eine Abwandlung dieses Wappens ziert heute das Wohnzimmer der Familie.

Weitere Familienausflüge bereits in Planung

Ein erneuter Familienausflug in die Schweiz ist noch für dieses Jahr geplant. Nach Holland geht es erst wieder im nächsten Jahr, zwar nicht unbedingt, um erneut Vorfahren in die Ahnentafel aufzunehmen, sondern vielmehr, um den Kontakt zur Familie zu pflegen, damit sich die Zweige nicht wieder aus den Augen verlieren. Die späteren Generationen sollen das Recht haben selbst zu entscheiden, ob sie den Kontakt zur großen Familie wollen oder nicht.

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