Der Neuferchauer Ortsbürgermeister Gerhard Brüggemann stellt sich für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung. Sein bisheriger Stellvertreter, Hans-Jürgen Kleinecke, will dieses Amt ebenfalls nicht bekleiden. Andere Bewerber gibt es nicht. Der Rat ist führungslos.

Neuferchau l Nach sieben Jahren als Ortschef will Gerhard Brüggemann diesen Posten aus privaten und gesundheitlichen Gründen nicht weiter bekleiden. Kurz und knapp gab er seinen Entschluss im Verlauf der Ortschaftsratssitzung am Donnerstag im Versammlungsraum bekannt.

Brüggemann und Kleinecke bleiben Ratsmiglieder

Die Wahl zum neuen Ortsbürgermeister und seines Stellvertreters wurde auf Anraten von Matthias Mann, Klötzes Bürgermeister und Verwaltungschef der Einheitsgemeinde, vertagt, zumal auch Ratsfrau Heidelore Hanner entschuldigt der Versammlung fern geblieben war. Und das jüngste Ratsmitglied, Anika Schulz, zeigte Donnerstag keine Ambitionen, sich für eines der beiden Führungsämter zu engagieren.

Nichtsdestotrotz werden Brüggemann und Kleinecke weiterhin dem Quartett des Neuferchauer Ortschaftsrats angehören. "Ich möchte meine Erfahrungen noch weiterhin zum Wohl der Neuferchauer Bürger einbringen", begründete Brüggemann gestern im Telefongespräch mit der Volksstimme sein weiterhin bestehendes kommunalpolitisches Engagement.

Ganz an die Spitze des Neuferchauer Ortschaftsrates rücken, das möchte Hans-Jürgen Kleinecke nicht. Der Wegbegleiter Brüggemanns als Stellvertreter ließ sich nicht erweichen, sieht sich persönlich exakt im Ortschaftsrat platziert.

Vor dem Tagesordnungspunkt dieser beiden wichtigen Ämter innerhalb des Ortschaftsrates und mit bedeutender Außenwirkung waren die Ratsmitglieder entsprechend verpflichtet worden. Mit diesem Verwaltungsakt bleibt der Ortschaftsrat Neuferchau handlungsfähig.

Vorläufig kein Grund zur Besorgnis für die Ratsarbeit

Matthias Mann sah vorläufig keinen Grund zur Besorgnis für die weitere Arbeit des Ortschaftsrates. Zwar fehle für eine gewisse Zeit der erste Mann an der Spitze des Ortschaftsrates, doch bleibe Spielraum und auch die dafür notwendige Überbrückungszeit. Deshalb hielt Mann es auch für angebracht, nicht den Stellvertreter vor dem Ortsbürgermeister zu wählen.

Bessere Absprache mit der Stadt angeregt

Nachdem sich die bereits mit Beginn der Sitzung zu spürende Anspannung durch diese Regelung nach dem Wahlverlauf gelöst hatte, kehrte die bekannte Gremiumsarbeit wieder ein. Kleinecke regte eine bessere Absprache zwischen der Stadt und dem Ortschaftsrat für Mäharbeiten auf öffentlichen Flächen an. Ihm ist aufgefallen, dass entlang des Neuferchauer Spielplatzes die Melde hoch aufgeschossen ist. Dieser Anblick sei nicht zuträglich für das Ortsbild, monierte er.

Ebenso regte Hans-Jürgen Kleinecke an, dass die Holzfenster auf der Wetterseite des Saals zumindest einen neuen Anstrich erhalten müssten. Eine vorausschauende Maßnahme, wie der Ratsherr fand. Sonst werden in ein bis zwei Jahren deutlich höhere Kosten den Haushalt belasten, befürchtet Kleinecke und fordert Maßnahmen.