Ahlum l Liebhabern von Trabant, Wartburg und Co ging am Wochenende am Ahlumer See förmlich das Herz auf. Im Minutentakt rollten Zweitakter mit ihrem typischen Geruch auf der Wiese am Seeufer vor. Am Ende waren es 49 Gefährte von Besitzern aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Norwegen, die am 15. Zeltplatztreffen der Trabant- und IFA-Freunde Salzwedel teilnahmen. "Viel mehr bekommen wir hier auch gar nicht unter, und das würden wir auch mit der Betreuung nicht schaffen, da steckt doch ganz schön viel Arbeit hinter", meinte Mathias Simon. Der Ahlumer kümmerte sich mit seinen Kollegen vom Salzwedeler Verein um die Organisation des Treffens.

Am Sonnabendmorgen stand zunächst die Orientierungsfahrt auf dem Programm. Die Zweitakt-Fans mussten eine zirka 50 Kilometer lange Tour über Beetzendorf, Apenburg, Neuendorf und Poppau bewältigen und dabei verschiedene Aufgaben lösen. Das Quiz und das Ertasten eines Wartburg-Ersatzteils in einem Sack voller Trabiteile waren da noch die leichtesten Übungen. Viel schwerer wurde es, unterwegs ein gekochtes Ei zu ergattern. Dafür mussten die Zweitakt-Piloten und ihre Beifahrer schon mal an Türen klingeln oder Passanten ansprechen. "Genau das ist gewollt, dass unsere Teilnehmer, die aus Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg, Thüringen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und dem Ausland stammen, mit den Altmärkern ins Gespräch kommen und so Land und Leute kennenlernen", freute sich Mathias Simon. Deshalb sei auch die Route bewusst schlecht ausgeschildert gewesen.

Niedersachsen-Duo holt den Siegerpokal


Am besten meisterten die Orientierungsfahrt Tina und Matthias Dierks aus dem niedersächsischen Heidekreis. Sie bekamen ebenso wie die Zweitplatzierten Wendy Boonhofer und Erik Harderwijk aus Holland sowie Markus Catterfeld und Darleen Dierks aus Nienburg, die Dritte wurden, einen Pokal.

Am Sonnabendnachmittag konnten Besucher die zahlreichen Liebhaberstücke am See bewundern. Bei vielen standen die Motorhauben offen und die Besitzer für Fragen und Auskünfte gern bereit. Dorothea Zimmermann aus Brietz hatte mit ihrem Trabant, Baujahr 1961, das älteste Fahrzeug des Treffens. Aber auch einige andere Gefährte konnten sich sehen lassen, wie alte Simson-Motorräder, das Krause-Duo aus DDR-Zeiten, ein liebevoll gepflegter Wolga, der früher in der DDR als Taxi unterwegs war, und ein ganz besonderer Moskwitsch.

Besonderes Symbol für das Exportfahrzeug

Den hatten Waltraud und Hagen Göricke aus Oebisfelde an den See mitgebracht. Das 1977 gebaute Fahrzeug vom Typ M2140 ist seit seiner Erstzulassung ununterbrochen gefahren worden und hat als besonderes Kennzeichen einen verbauten zweiten Rückfahrscheinwerfer. Vorn prangt ein großes "M" als Frontsymbol, das nur für den sowjetischen Baltikum-Export eingebaut wurde.

42 Jahre alt ist der Trabant Kübel (P 601 A) aus NVA-Beständen, den Marcus Kögler aus Winsen/Luhe in Ahlum präsentierte. Der Niedersachse, der bei den Zweitaktfreunden Seevetal aktiv ist, hat das Gefährt 2011/2012 in vielen Arbeitsstunden liebevoll komplett restauriert.

 

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