Die Fördermittel sind zugesagt. Spätestens am 1. Oktober soll der Um- und Neubau des Sanitärtraktes im Beetzendorfer Stölpenbad beginnen. Im Bauausschuss wurde das Vorhaben am Mittwochabend vorgestellt.

Beetzendorf l Das für eine Million Euro modernisierte Beetzendorfer Stölpenbad zieht gerade bei den derzeitigen sommerlichen Temperaturen die Badegäste magisch an. Der Umbau und die Saisonverlängerung durch das nunmehr beheizbare Wasser sorgen für mehr Besucher und höhere Einnahmen in der Gemeindekasse. Und doch fehlt noch der zweite Schritt der Badsanierung: die Erneuerung des Sanitärgebäudes. Diese soll mit Abschluss der Badesaison in Angriff genommen werden, nachdem die beantragten Fördermittel vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) zugesagt worden sind.

"Der nötige Bauantrag ist gestellt und auch bereits genehmigt worden", teilte Bauamtsleiter Markus Starck am Mittwochabend im Beetzendorfer Bauausschuss mit. Grundlage sei die vom Salzwedeler Ingenieurbüro Planum erstellte Entwurfsplanung, die bereits teilweise in die Ausführungsplanung übergegangen ist.

Vorgesehen ist, den Mittelteil des 1936 eingeweihten Badehauses, in dem sich die Unkleidekabinen und sanitären Anlagen befinden, abzureißen und neu zu bauen. "Er entspricht keinen Vorschriften mehr, und eine Sanierung wäre mit einem immensen Aufwand verbunden", erläuterte Planum-Geschäftsführer Bert Schulze. Dennoch soll sich in der baulichen Gestaltung an dem Original orientiert werden. "Der Stil wird beibehalten, so dass die alte Ansicht wiedererkannt wird", betonte Schulze.

Barrierefreier Zugang und Behindertentoilette

Von der Frontseite zugängliche Umkleidekabinen soll es ebenso geben wie getrennte Wasch- und Toilettenräume für Männer und Frauen, die ebenso wie die Duschen jeweils links und rechts vom Vorflur erreicht werden können. Zudem wird das Gebäude barrierefrei und damit zukünftig auch für Behinderte erreichbar sein. "Wir bauen außen eine Rollstuhlrampe an, und es wird eine Behinderten-Toilette geben", informierte der Planer.

In dem turmartigen Gebäude rechts des Mittelteils, das derzeit vor allem als Abstellplatz genutzt wird, sollen ein Raum für den Schwimmmeister und ein Sanitätsraum entstehen. "Durch eine Verglasung getrennt, damit er die Verletzten im Blick hat", so Schulze. Das Dach müsse erneuert werden, auch um es an den Nachbarbau anzupassen.

Ausschussmitglied Lothar Köppe wollte wissen, inwieweit die Möglichkeit besteht, später im rechten Gebäudeteil die Kasse und möglicherweise auch den Kiosk zu integrieren. Schließlich gebe es Überlegungen, den Eingangsbereich später einmal hierhin zu verlegen. Das sei durchaus möglich, meinte der Planer. "Und es bietet sich ja auch an, da sich dort der Parkplatz befindet", so Bert Schulze. Eine Fortführung der Pflasterung um das Gebäude herum bis zum Zaun sei in jedem Fall bereits jetzt vorgesehen.

Außen vor bei den Umbauarbeiten bleibt das Gebäude links vom Mittelteil, in dem sich einst die Schwimmmeisterwohnung befand. "Das fassen wir nicht an, es werden lediglich die Türöffnungen und das Dach angepasst", betonte der Planer. Bürgermeister Heinrich Schmauch sprach sich allerdings dafür aus, dass die Gebäudesubstanz zumindest gesichert wird. Die Gemeinde solle sich die Möglichkeit, hier später bei Bedarf wieder eine Wohnung für einen Schwimmmeister einzurichten, nicht verbauen. "Wir wissen nicht, was passiert, wenn Claus Müller eines Tages in Rente geht", meinte er.

Da sich das Stölpenbad in einem Überschwemmungsgebiet befindet, musste für den Bau eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. "Die haben wir bekommen", erklärte Markus Starck. Die Fußbodenhöhe des Gebäudes wird deshalb auch zukünftig über der des umliegenden Geländes liegen. Zudem werden laut Planer Maßnahmen ergriffen, um das Gebäude abzufangen. "Es erfolgt eine Grundwasserabsenkung, ein Bodenaustausch, und wir werden Geogitter zur Stabilisierung des Untergrundes einsetzen", erläuterte Bert Schulze.

Im hinteren Bereich soll der Kellerzugang in einfacher Ausführung hergestellt und eine Stahltreppe installiert werden. Zudem wird der gesamte Trakt an die Wärmeleitung der örtlichen Biogasanlage angeschlossen, die auch das Becken beheizt. "Im Winter erfolgt allerdings nur eine Frostsicherung", so der Planer. Die müsse sein, um das Eindringen von Feuchtigkeit und Schimmelbildung im Gebäude zu vermeiden.

615000 Euro Kosten, 325000 Euro Fördergelder

Die Kosten für das Bauprojekt belaufen sich nach derzeitigem Stand auf 615000 Euro. Davon sollen 325000 Euro aus Fördermitteln des ALFF in die Gemeindekasse zurückfließen. Die Ausschreibung für die sieben beteiligten Gewerke könnte bis Mitte August abgeschlossen sein, so dass der Rat im September die Vergabebeschlüsse fassen kann. "Der Startschuss für den Bau sollte am 1. Oktober fallen, wenn die Saison beendet ist", gab der Bürgermeister die Richtung vor. Über den Winter könne das Vorhaben dann abgeschlossen werden.