Aufheulende Motoren, fliegende Riesentrucks und Motorräder, Autofahrten auf zwei Rädern - die Stuntshow der Familie Korth aus Thüringen bot am Mittwoch an der Klötzer Zinnberghalle Nervenkitzel und Adrenalin pur.

Klötze l Schon eine Stunde vor Beginn bildete sich eine Schlange an der Kasse zur Monster-Truck-Show. Gleich neben dem abgesperrten Bereich konnten sich die Zuschauer einige der Trucks auf ihren riesigen Ballonreifen ansehen und Fotos schießen. Im Inneren verteilten sich die geschätzten 250 Besucher an einer zirka 100 Meter langen Absperrung. Denn auf diesem kurzen Abschnitt spielte sich die ganze Show ab.

Den Auftakt übernahm der Jüngste in der Runde. Anthony Korth ist gerade einmal elf Jahre alt. Er gilt als der jüngste Motorrad-Stuntman in Europa. "Seit ich drei Jahre alt bin, fahre ich Motorrad", berichtete der Junge, der in der vierten Generation bei der Show dabei ist, im Volksstimme-Gespräch. Doch wie sieht es mit der Schule aus, wenn nicht gerade Ferien sind wie derzeit? "Ich gehe immer dort zur Schule, wo wir gerade auftreten", erzählte Anthony. Damit käme er gut klar. Wir wünschten ihm das in diesen Kreisen übliche "Hals- und Beinbruch" vor seinem Auftritt. Und der hatte es wahrlich in sich. Nach einigen "Aufwärmsprüngen" mit seinem Motorrad über am Boden liegende Menschen nahm er sich Autos vor: erst drei, dann vier, dann fünf. "Zum ersten Mal wird Anthony heute über fünf Autos springen, das ist Rekord", kündigte der Moderator der Show an. Und natürlich schaffte Anthony es.

Im Anschluss ließen Jeffrey und Steven Korth ihre Pkw auf zwei Rädern über den Asphalt tanzen. Doch was leicht aussah, verlangte den Männern viel Kraft ab, um das Auto in der Balance zu halten. Selbst das Einparken auf zwei Rädern war für sie kein Hindernis. Quietschende, qualmende Reifen und der beißende Geruch von Gummi gehörten ebenso zu diesem Teil der Show. Synchrone Schleuderrunden mit dem Pkw muteten wie Autoballett an.

Auch einige mutige Zuschauerinnen durften mit einsteigen und am eigenen Leib erfahren, wie sich eine Fahrt auf zwei Rädern anfühlt. Doch sie vertrauten den Fahrern und hatten keine Angst, erzählten sie nach dem Aussteigen.

Danach ging es noch etwas gefährlicher zu, als die Stunt-Männer sich mit ihren Schrottautos überschlugen und, unter dem Beifall der Zuschauer, unverletzt aus den Wracks krabbelten. Die Trägheit von Körpern nutzten sie bei einem anderen Höhepunkt: Auf einem Gerüst aus Holz stand ein Quad, auf dem einer der Fahrer saß. Ein Pkw raste dann gegen das Gerüst, das Quad landete hinter dem Pkw und fuhr davon.

Im letzten Teil der Show kam das, worauf die Zuschauer schon lange warteten: Die Monster-Trucks fuhren in das Areal ein. In gewohnter Weise zermalmten sie mit ihren vier bis sechs Tonnen Gewicht Autowracks, indem sie einfach über sie hinwegrollten. Dabei sind die motorisierten Riesen nur schwer zu beherrschen. Einer der Trucks brach leicht nach links aus und knickte einen Baum um wie ein Streichholz. Die Korth-Brüder entschuldigten sich dafür und versprachen gleich, dass sie am nächsten Tag einen neuen Baum pflanzen wollen.

Wegen des Platzmangels konnten die ganz großen Sprünge der Trucks nicht gezeigt werden. Aber das merkten die Zuschauer der Show nicht an.

Sehen Sie mehr Fotos von der Truck-Show auf Seite 19 dieser Ausgabe.

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