Genau zwischen zwei Schlechtwetterfronten trafen sich die altmärkischen Konzertfans am Sonnabend in Quarnebeck zur fünften Ausgabe von "RoQ keeps equality - Musik sichert Gleichheit". Rund 500 Besucher kamen auf den Schützenplatz, um für mehr Vielfalt und gegen Extremismus zu rocken.

Quarnebeck l Das hatte Petrus perfekt geplant: Während noch eine Woche zuvor die Hitze den Organisatoren der Jungen Gemeinschaft Altmark (JGA) zu schaffen machte, regnete es an den beiden Tagen vor dem Open Air so viel, dass die Waldbrandgefahr auf ein normales Maß schrumpfte. Pünktlich am Sonnabend erstrahlte der Schützenplatz in schönstem Sonnenschein, Open Air-Wetter wie aus dem Bilderbuch.

So kamen die Besucher auch mit Picknickdecken und Campingstühlen, um in gemütlicher Atmosphäre die Konzerte der sechs Bands zu genießen. Den Anfang machten Alice D aus Mieste, die für einen lauten Auftakt der fünften Auflage von "RoQ keeps equality" (RKE) sorgten. Das Festivalgelände wirkte wie eine Liegewiese, passend dazu wurde gegrillt und zum lauen Sommerabend mit einer eisgekühlten Bowle angestoßen.

Tribüne aus Paletten selbst gebaut

Die begehrtesten Plätze waren spätestens bei der zweiten Band, "Dr3ierverschiebung", vergeben. Auf der selbstgebauten Tribüne aus Paletten saßen die Gäste auf drei Etagen mit bestem Blick auf die Bühne.

In Seifenblasen gehüllt, ging Graeme Salt, Sänger der Magdeburger Band Berlin Syndrome, auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Während eines Songs gesellte er sich zu den Besuchern auf dem Rasen. Die Seifenblasen schienen auch die Kinder anzuziehen. Im Gegensatz zu den eher verhaltenen Erwachsenen tanzten sie ausgelassen vor der Bühne.

Parallel zum musikalischen Programm präsentierte die JGA ihr Special-Zelt. Wo in vergangenen Jahren Videoschnipsel oder hunderte Botschaften auf Post-It-Zetteln entstanden, lockte dieses Mal der "RoQ Fotomat" die Besucher vor die Linse einer Fotokamera. Jürgen Wiswedel und Abby Fagan vom RoQ-Team luden zum Verkleiden ein: Schnurrbärte wurden geklebt, Hüte von Sombrero bis Fellmütze aufgesetzt und Brillen anprobiert. Auch lagen Sprechblasen zur Beschriftung parat. Es galt Sätze wie "RoQ keeps equality ist wie..." oder "Wir roQen, weil..." zu ergänzen, um dann für die Kamera zu posieren. Etwa 3000 Fotos entstanden so. Als besonderes Andenken konnten sich die Besucher die schönsten Schnappschüsse gegen eine kleine Spende ausdrucken lassen.

Notstromaggregat in der Nacht gestohlen

Mit deutschen Texten lockten derweil Matula aus Hamburg vor die Bühne. Ebenfalls aus dem hohen Norden fanden Average Engines den Weg in die Altmark. Dass sie Humor haben, zeigten Average Engines im Fotomaten, wo diverse Aufnahmen für das nächste Albumbooklet entstanden.

Das Bühnenprogramm rundeten Commercial Suicide aus Braunschweig ab. Sie beendeten mit härteren Klängen das 5. RoQ-Open-Air. Während die Gäste ihren Heimweg antraten, begann der Himmel über Quarnebeck im Wetterleuchten zu erblassen. Um 4.17 Uhr trafen heftige Gewitter ein, so dass der Abbau für die Organisatoren der JGA ins Wasser fiel. "Wir hatten perfektes Wetter für die Besucher, was wollen wir mehr?", sah Pascal Lenz das Positive. Einziger Wermutstropfen für ihn: "Unser Notstromaggregat wurde vom Parkplatz gestohlen. Das gibt einen faden Beigeschmack zum Ehrenamt, bei dem unter dem Strich nichts für Neuanschaffungen übrig bleibt."

 

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