Binnen Minuten glichen die Breite Straße in Klötze und die Bahnhofstraße in Richtung Kreisel einem Sturzbach. Der Himmel hatte Dienstag kurz vor 19.30 Uhr die Schleusen geöffnet. Die Kanalisation war überlastet, das Regenwasser drückte vielerorts zentimeterhoch aus den Gullyschächten.

Klötze/Lockstedt l Die Menschen, die zu dieser Zeit noch vom Einkaufen ins Freie zu ihren Autos wollten, waren nach nur wenigen Schritten bis auf die Haut nass. Einen Freizeitradler überraschte das Unwetter, als er die Bahnhofstraße hinauf fuhr. Die dort in Richtung Kreisel abfließenden Fluten reichten bis an die Pedale seines Rennrades. Autofahrer fuhren im Schritttempo mit Licht, der Scheibenwischermotor beförderte die Wischerblätter in der höchsten Stufe über die Frontscheibe. Welche Mengen es gewesen sein müssten, verriet die Messstation der Milchvieherzeugergenossenschaft Klötze: über 35 Liter Regen die Stunde auf einen Quadratmeter.

Wasserverband und Feuerwehr im Einsatz

"Wir sind glimpflich und mancherorts mit einem blauen Auge davongekommen", hieß es am Mittwoch von Klötzes Bürgermeister Matthias Mann. Glimpflich, weil die Dachentwässerung der Grundschule zwar noch nicht optimal den Regen ableitet. Mit einem blauen Auge, weil die Regenfluten in der Klötzer Feldstraße auf einige Grundstücke vordringen konnten. In beiden Fällen blieben die Gebäude jedoch vom Wasser verschont. Vereinzelt, so der Bürgermeister, waren Keller anderer Einwohner betroffen, wie unter anderem in der Poppauer Straße.

Trotz aller Regenmengen bestand keine Gefahr, dass das Trinkwassernetz verunreinigt werden könnte, lautet die Entwarnung vom Klötzer Wasserverband. Der Bereitschaftsdienst war allerdings unterwegs, um Verschlüsse von Abflüssen zu reparieren.

In Lockstedt schaffte es ein Grundstücksbesitzer gerade noch, die Regenfluten vor der Hofeinfahrt zu stoppen. Aus Erfahrung klug geworden, hatte der Mann mit Auto und Anhänger Mineralgemisch zu Beginn des Regens angefahren und damit eine Barriere vor dem Grundstück aufgehäuft. Andere Anwohner der Hauptdurchgangsstraße konnten nur zusehen, wie wieder einmal die Regenfracht auf die Grundstücke floss. Auf diesem Teilstück der Landesstraße sammelt sich der Regen wie in einem Becken und strömt dann ab einem gewissen Höchststand zu mehreren Grundstücken ab.

In Immekath mussten wenige Minuten vor 21 Uhr die Feuerwehrkameraden die Kuseyer Straße sperren. Dort hatten sich durch die Regenfluten Schlamm und Geröll über die Fahrbahn ergossen. Gemeinsam mit freiwilligen Helfern griffen sie zu Schippe und Besen, um die Straße wieder passierbar zu machen.

   

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