Jübar (wmo). Auf lediglich drei Einsätze im vergangenen Jahr brauchte Jübars Wehrleiter Ringo Büst am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung der Kameraden zurückblicken. Während am 27. Februar nach einem Verkehrsunfall ausgelaufene Flüssigkeit gebunden werden musste, dauerte es anschließend fast zehn Monate bis zur erneuten Alarmierung. "Unsere Einsatzabteilung wurde schon unruhig und hat gedacht, die Sirene ist kaputt oder die Pieper schlagen nicht an", berichtete Büst schmunzelnd.

Doch das dicke Ende kam pünktlich zu Weihnachten. Am 23. Dezember brach der heftige Eisregen Äste von den Bäumen, die die Kameraden von den Straßen räumen mussten. "Auf der Rückfahrt vom Einsatz gab es dann den zweiten Alarm: Unklares Feuer in Richtung Bornsen", erinnerte der Wehrleiter. Dort waren Teile eines Baumes in eine Überlandleitung gekracht. Mit zwei Fahrzeugen und neun Mann waren die Jübarer Kameraden vor Ort. Ein Einsatz, bei dem so manch einem ein wenig mulmig wurde. "Wenn man daran denkt, dass in der Leitung, die man in der Hand hat, vor kurzem noch jede Menge Strom durchgeflossen ist, hat man schon ein komisches Gefühl", so Büst.

Ein Hauptaugenmerk legte die Jübarer Wehr auch 2010 auf die Ausbildung. 462 Stunden absolvierten die Kameraden. So bestanden jeweils drei Mann den Atemschutzgerätelehrgang und den Kurs Technische Hilfe, je ein Kamerad machte den Truppmannlehrgang und den Maschinistenkurs mit, und der Wehrleiter selbst bildete sich in Sachen vorbeugender Brandschutz weiter. Auch für seinen neuen Stellvertreter Marcel Plicket, der jetzt ein Jahr im Amt ist, hieß es die Schulbank zu drücken. Er absolvierte nacheinander den Gruppenführerlehrgang und die Ausbildung zum Leiter einer Wehr. Torsten Drawehn hat zudem jetzt die Qualifikation eines Gerätewartes.

Bei den wöchentlichen Diensten wünschte sich Ringo Büst eine noch stärkere Beteiligung der Kameraden. Lobend hob der Wehrleiter Steffen Jordan hervor, der im vergangenen Jahr 50 Dienste zu je zwei Stunden absolvierte und damit Spitze in der Wehr ist.

Für die Gemeinde organisierte die Wehr das Osterfeuer und das Weihnachtsbaumverbrennen, säuberte aber auch wieder den Dorfteich.

Mit der Übernahme der Wehren in Trägerschaft der Verbandsgemeinde (VG) sei einiges einfacher geworden, anderes jedoch auch komplizierter, meinte Büst. So habe der Aufwand für Beschaffungen und Organisation zugenommen. "Und oft stellt sich die Frage, wer zuständig ist. Etwa für die Überprüfung der Tore im Gerätehaus. Das Gebäude gehört schließlich der Gemeinde, aber das Inventar der VG", erläuterte der Wehrleiter. VG-Mitarbeiter Wilfried Arndt leiste hier allerdings hervorragende Arbeit. Trotzdem sieht der Wehrchef auch nach wie vor die Gemeinden in der Pflicht. "Schließlich sind die Feuerwehren Kulturträger in den Orten. Das wird nicht überall so gesehen, aber Gott sei Dank ist das in Jübar anders."

Bürgermeister Carsten Borchert versicherte den Kameraden, dass die Gemeinde ihre Wehren auch künftig "zu 100 Prozent" unterstützt. Zwar seien die Feuerwehren jetzt der VG unterstellt, "doch sie stehen auch unter der Regie von uns selbst, weil die Kameraden ja nun mal hier vor Ort sind". Von der Warte her sei die Wehr auch "unsere Wehr". Die Feuerwehren würden immer das Beste und Wichtigste in den Orten bleiben. "Ich weiß, dass ihr da seid, wenn ich euch brauche, und das soll auch umgekehrt so sein", rief der Ortschef den Kameraden zu.