"Kirche ist besser als wie man denkt" – unter diesem Motto in etwas schrägem Deutsch stand der Gottesdienst in Kusey am Sonnabend. Doch das war gewollt, denn auch der Gottesdienst war ungewöhnlich. Gestaltet wurde er von Mitgliedern des Konfirmandenrates aus dem Kirchenkreis.

Kusey. Schon das Motto machte die Besucher darauf aufmerksam: Dies wird kein bierernster Gottesdienst, wie sie es kennen. "Vieles wird Ihnen anders erscheinen", sagte eingangs Kreisjugendreferent Volker Holtmeier, der sich damit auch auf das Leben und die Kirche an sich bezog.

Garant für das Ungewöhnliche war der Konfirmandenrat, der diesen Gottesdienst gestaltete. In diesem Gremium arbeiten je zwei Vertreter aus allen Konfirmandengruppen des Kirchenkreises mit. 30 von ihnen waren am Sonnabend im evangelischen Landjugendzentrum (elz) mit dabei.

Schon am Nachmittag bereiteten sie die abendliche Veranstaltung vor. Sie studierten Tänze ein, sangen Songs aus den aktuellen Hitlisten, die sie auch selbst musikalisch begleiteten. Andere Jugendliche probten einen Predigtteil in Form eines Dialoges.

Viele Eltern der Konfirmanden sahen sich am Abend das Ergebnis bei dem Gottesdienst an. Der große Raum im elz war gefüllt wie selten. "Unser Motto ist an einen Spruch aus der Werbung angelehnt", erläuterte Volker Holtmeier. Er rufe beim Betrachter nicht nur Aufmerksamkeit hervor, sondern solle auch gewissermaßen für die Kirche werben. Vieles werde anders erscheinen, hatte Holtmeier zu Beginn gesagt und zeigte per Beamer Schattenrisse an einer Wand. Auch sie konnten unterschiedlich interpretiert werden. "Es kommt immer nur auf den Blickwinkel an", erläuterte Holtmeier. Die Jugendlichen hatten jedenfalls einen lockeren, lustigen Blickwinkel für den Gottesdienst gewählt. Zum Abschluss sangen sie gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern.