Die Ausschreibung für den Neu- und Umbau des Sanitärtrakts im Beetzendorfer Stölpenbad steht, Anfang Oktober sollen die Arbeiten starten. Diskussionen gibt es darüber, ob auf dem Gebäude eine Solaranlage zur Eigenstromversorgung installiert werden soll.

Beetzendorf l Wenn Ende September die letzten Badegäste das beheizte Wasser des Beetzendorfer Stölpenbades verlassen, übernehmen die Abrissbagger das Kommando. Für die 41. Kalenderwoche, also ab dem 6. Oktober, ist der Start der Arbeiten am Sanitärgebäude geplant. Der alte Mitteltrakt aus den 30er Jahren soll komplett verschwinden und angelehnt an den bisherigen Baustil mit Umkleidekabinen und modernen Dusch- sowie Sanitärräumen neu entstehen. Bis April 2015 soll der Neubau laut aktueller Ausschreibung fertig sein und damit pünktlich zu Beginn der neuen Badesaison.

Ab der 48. Kalenderwoche, also ab 24. November, starten zudem die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten am rechten Gebäudeteil des Badehauses. Dieses soll mit einem neuen Pultdach ausgestattet werden. Die Fertigstellung ist noch vor Weihnachten geplant. Für beide Bauvorhaben will der Beetzendorfer Rat im September die Vergabebeschlüsse fassen. 615000 Euro wird der zweite Bauabschnitt der Stölpenbad-Sanierung schätzungsweise kosten, davon fließen 325000 Euro aus Fördermitteln in die Gemeindekasse zurück.

Ungewiss ist noch immer, ob das Dach des Badehauses künftig mit Solaranlagen bestückt werden soll. Jeebens Ratsmitglied Thorsten Massel, der auch die Bürgerforum-Fraktion in der Gemeindevertretung anführt, hatte sich im Bauausschuss dafür ausgesprochen. "Wir sollten in die Zukunft gerichtet denken und die Betriebskosten des Bades soweit wie möglich senken, etwa indem wir selbst Strom erzeugen", meinte er. Seinen Berechnungen zufolge würde der Einbau einer Solaranlage etwa 19000 Euro kosten und der Gemeinde 1700 Euro Stromkosten im Jahr sparen. "In knapp elf Jahren hätten sich die Ausgaben dann amortisiert", so Massel.

Bürgermeister Heinrich Schmauch nahm den Vorschlag zurückhaltend auf, zumal eine Solaranlage im vorliegenden, mit dem Fördermittelgeber abgestimmten Projekt nicht vorgesehen ist. "Wenn wir die Statik verändern, dann verändern wir die ganze Dachkonstruktion und sprengen den Kostenrahmen", erklärte er. Lieber sei ihm eine spätere Nachrüstung. "Dazu sollten wir einen Statiker zu Rate holen, der uns die Möglichkeiten aufzeigt", meinte der Ortschef.

Änderungen am Projekt müssen beantragt werden

Auch Planer Bert Schulze riet zur Zurückhaltung. Wesentliche Änderungen am Projekt müssten beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Altmark beantragt werden und eine Solaranlage sei derzeit nicht Bestandteil der für die Fördermittelbewilligung eingereichten Planung.

Mit dem Um- und Neubau des Badehauses wird die umfassende Modernisierung des Beetzendorfer Stölpenbades abgeschlossen. Im vergangenen Jahr waren bereits die Becken und die Außenanlagen für über eine Million Euro komplett erneuert worden. Das Bad erhielt einen Anschluss an die nahe Biogasanlage, die die Becken mit Wärmeenergie versorgt. Dadurch konnte die Saison in diesem Jahr bereits im Mai beginnen und auch der September steht den Besuchern nunmehr als Bademonat zur Verfügung.