Die Burg Brome, die einzustürzen drohte, ist in den vergangenen fünf Jahren für 3,7 Millionen Euro saniert worden. Jetzt steht das Museum, das altes Handwerk auf moderne Weise erlebbar macht, kurz vor der Wiedereröffnung.

Brome l Es ist anzunehmen, dass die Burg Brome vielen Altmärkern ein Begriff ist, zumindest aber den Steimkern, die in unmittelbarer Nähe wohnen und die Anlage fast mit Händen greifen können. Allerdings war das Museum in den vergangenen fünf Jahren geschlossen. Allenfalls von außen konnte ein Blick auf das imposante Gebäude geworfen werden. Denn unmittelbar nach dem 30. Burgfest im Jahre 2009 begann die Sanierung dieses steinernen Denkmals. Wie Museums-Chef Andreas Wallbrecht vor Ort im Gespräch mit der Volksstimme erklärt, war diese Baumaßnahme unbedingt erforderlich, weil es in der Immobilie derart heftige Setzungsrisse gab, dass die Standsicherheit extrem gefährdet war. So wackelten die Wände des Ostgiebels schon bedenklich. Im Grunde wurde daher alles genau in Augenschein genommen und repariert, sei es das Fundament, die Gewölbe oder die Maueranker.

Die Gesamtkosten der Sanierung beziffert Irene Siemann, Geschäftsführerin der Bildungs und Kultur GmbH, auf 3,7 Millionen Euro. 50 Prozent wurden gefördert - insbesondere von der Europäischen Union - den Rest übernahm hauptsächlich der Landkreis Gifhorn. Doch auch die Samtgemeinde und der Flecken Brome leisteten einen Beitrag. Hinzu kamen etliche private Spenden, unter anderem im Rahmen der Aktion "Bromer Bausteine". Hierbei bekam jeder, der die Sanierung und Neugestaltung des Museums finanziell unterstützte, zum Dank ein Namensschild aus Edelstahl, das dauerhaft im Turm der Burg angebracht wurde.

Während der Sanierung gab es auch eine spektakuläre Entdeckung, wie Wallbrecht berichtet. So fand man den Bottich der Brauerei, die laut alter Aufzeichnungen bis 1752 in der Burg betrieben wurde. Der Bottich wird den Besuchern nun unter einem Glaspodest, das auch als Bühne genutzt werden kann, anschaulich präsentiert. Und der Eingangsbereich der Burg bietet fortan Platz für 65 Stühle und kann als Veranstaltungsraum genutzt werden.

Noch dazu sind die Ebenen wieder auf das ursprüngliche Niveau gebracht worden. Dazu wurde der Innenhof, bei dem die alte Pflasterung wieder verwendet wurde, um 50 Zentimeter abgesenkt und der Fußboden der Burg sogar um 80 Zentimeter. Daraus ergab sich, dass die Türen vergrößert werden mussten und die Turmtreppe nun etwas länger ist. Überdies wurde der Renaissance-Garten im Außenbereich so weit wie möglich in den Urzustand zurückversetzt.

"Anfassen ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht."

Museums-Chef Andreas Wallbrecht

Natürlich nahmen sich die Handwerker auch der Fassade der Burg an, zumal die Steine arg verwittert waren. Nun erstahlt die Burg wieder in einem leicht gelblichen Ton. "Genauso wie im 18. Jahrhundert", betont Wallbrecht, der bereits bei der Planung großen Wert auf Authenzität gelegt hatte.

Zwar ist die Burg nach wie vor nicht barrierefrei, doch zumindest das Erdgeschoss des Anwesens kann nun durch einen rollstuhlgerechten Zutritt bestaunt werden.

"Fast auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Beginn der Arbeiten ist die Sanierung abgeschlossen. Jetzt müssen nur noch die Exponate wieder eingeräumt werden. Doch auch damit sind wir fast fertig", freut sich Andreas Wallbrecht. Ihm war es zudem wichtig, dass die Burg weiter ein "lebendiges Museum" bleibt. Bedeutet: "Anfassen ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht."

Auf zwei Etagen wird sich dem alten Handwerk gewidmet. Die Bandbreite der vorgestellten Berufe ist lang: Tischler, Böttcher, Seiler, Drechsler, Schneider, Koch, Sattler, Stell-, Schuh- und Pantinenmacher, Kiepenflechter sowie Mollenhauer. Moderne Info-Monitore geben über das Wirken der Handwerker sowie über die Historie der Burg detaillliert Auskunft, und zwar in deutscher und englischer Sprache.

Am 23. September soll der Abschluss der Burgsanierung mit geladenen Gästen zünftig gefeiert werden. Ab dem 24. September ist die Burg dann wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. "Kommen Sie vorbei. Es lohnt sich", lädt Andreas Wallbrecht alle Interessenten herzlich ein. Und vielleicht gibt es im nächsten Jahr das "erste Burgfest neuer Zeitrechnung". Andreas Wallbrecht klingt jedenfalls verhalten optimistisch: "Noch ist nichts entschieden, aber sicherlich ist das denkbar."

Museum Burg Brome, Junkerende, 38465 Brome, Telefon 05833/1820, Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet einen Euro. Nähere Infos gibt es im Internet: www.museen-gifhorn.de.

 

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