Kusey/Neuferchau l An manchen Tagen scheinen sie an den Wolken zu kratzen. Bei einer Höhe von 186 Metern ist das kein Wunder. Sie wirken wie moderne Wahrzeichen. Die Rede ist von den Windrädern, die derzeit auf einer Fläche von 322 Hektar in den Gemarkungen Kusey und Neuferchau entstehen beziehungsweise schon errichtet worden sind. Hatte der Eichenprozessionsspinner eingangs des Sommers noch zu Verzögerungen geführt, so gehen die Arbeiten nun wieder zügig voran, wie Werner Frohwitter, Pressesprecher der Engergiequelle Zossen GmbH, auf Anfrage der Volksstimme mitteilte.

"Inzwischen sind drei der zwölf Anlagen in Betrieb", berichtete Frohwitter. Die übrigen neun Windräder - ebenfalls vom Typ Enercon E 101 - sollen bis Ende Oktober erbaut worden sein.

Und spätestens ab Dezember sollen alle Anlagen genau das tun, wofür sie gebaut worden sind: Strom produzieren. Erwartet wird eine Gesamtleistung von 93 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von 26500 Haushalten.

Damit der Strom überhaupt in das öffentliche Netz eingespeist werden kann, musste ein Umspannwerk her. Dieses hat laut Frohwitter die Bezeichnung "UW Neuferchau Wind" und ist seit genau zwei Wochen in Betrieb. Es hat die Funktion eines Bindegliedes zwischen dem Windpark und dem öffentlichen Stromnetz. So arbeitet das Verteilernetz mit einer Spannung von 110 Kilovolt (kV). Der Strom verlässt das Windrad jedoch mit einer geringeren Spannung, nämlich 32 kV, und wird von jeder einzelnen Anlage unterirdisch zum Umspannwerk geleitet, wo es auf die 110 kV-Ebene sozusagen "hochgespannt" wird, wie der Pressesprecher erklärte.

Zu unsicher: Gondelfahrten wird es doch nicht geben

Nähere Informationen zum etwa 65 Millionen Euro teuren Windpark können Interessenten bei einem Tag der offenen Tür erhalten. Dieser sollte eigentlich schon am 12. Juli stattfinden, musste aber wegen des Eichenprozessionsspinners verschoben werden. Neuer Termin ist Sonnabend, 27. September (siehe Infokasten). Ort der Veranstaltung wird der Windpark sein. Wo genau, "wissen wir aber erst frühestens nächste Woche", bittet Frohwitter noch um etwas Geduld. Er kündigt an, dass bei der Gelegenheit mindestens eine der neuen Anlagen von innen besichtigt werden kann. Die ursprünglich geplanten Gondelauffahrten wird es jedoch aus zeitlichen und sicherheitstechnischen Gründen nicht geben.

Der Eintritt zum Tag der offenen Tür ist frei, betont Werner Frohwitter. Das Mittagessen kostet 1,50 Euro, für Kaffee, Kuchen und Bier werden 1 Euro verlangt, alkoholfreie Getränke kosten 50 Cent.