Ein Investor aus der Filmbranche hat Interesse am Salzwedeler Chemiewerk. "In den Räumen des alten Verwaltungsgebäudes könnten wir die kleinen Filmsets unterbringen und die Produktionshalle wäre ideal für die großen Kulissen. Dort lässt sich problemlos ein Karibikstrand reinzaubern", schwärmt Filmproduzent Ronald de la Rocha. Der Geschäftsmann aus Essen ist im Internet auf die Ruine des einstigen volkseigenen Betriebes gestoßen und hat online in der Volksstimme über die mögliche Sanierung des Areals mithilfe von Fördermitteln gelesen.

"Ich bin bereits seit längerem auf der Suche nach einem möglichen Standort für ein neues Studio und wäre bereit, den Eigenanteil der Stadt für die Sanierung zu zahlen", bietet der Unternehmer an. Einzige Bedingung: "Die Stadt soll mir nach der Sanierung das Areal für einen symbolischen Kaufpreis von einem Euro überlassen", fordert de la Rocha.

Der Essener, der seit Jahren in der Erwachsenenfilmbranche tätig ist, will in Salzwedel hochwertige Pornofilme produzieren. "In Zeiten des Internets gibt es jede Menge Sexfilme im Internet frei verfügbar. Die Billig-Streifen machen unser Geschäft kaputt", weiß der Fachmann, der sein Unternehmen nun mit horizontaler Qualität aus Salzwedel aus der Misere führen will.

Der Produzent sieht gleich mehrere Aspekte, die für die altmärkische Kreisstadt sprechen. "Unsere Darstellerinnen, die hauptsächlich aus Polen, Russland und der Ukraine stammen, werden sich hier sicher wohlfühlen, da sie die Stadt an ihre Heimat erinnert", sagt Ronald de la Rocha mit Blick auf das Wohngebiet Arendseer Straße. "Außerdem habe ich gelesen, dass es immer weniger Polizisten in der Altmark gibt, sodass wir nicht so viele Razzien befürchten müssen, wenn wir osteuropäische Schauspielerinnen illegal beschäftigen."

De la Rocha will sein Konzept bei der nächsten Sitzung des Salzwedeler Stadtrates am 1. Oktober dem Gremium vorstellen. "Ich hatte eigentlich auch eine Filmvorführung geplant, um den Stadträten zu zeigen, welche Art von Filmen wir in Salzwedel produzieren wollen. Allerdings wurde dieser Vorschlag abgelehnt", sagt der Unternehmer. Grund: Da in dem Gremium zum größten Teil ältere Abgeordnete sitzen, befürchtet die Stadtverwaltung, dass die heißen Filmchen den Blutdruck der Senior-Stadträte zu hoch treiben und die Räte gesundheitliche Schäden davontragen könnten.