Die Ausbildungsstätte für künftige Forstwirte im Zartau bei Klötze ist wieder komplett. Am gestrigen Freitag präsentierte Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes, die neuen Auszubildenden. Sie begannen in den vergangenen Tagen ihre Lehrzeit.

Klötze l Motorsägen, Freischneider, die Arbeit mit Holz, Waldbau und andere forstliche Themen und Maschinen werden ab jetzt ihr weiteres Leben bestimmen. Die fünf neuen Lehrlinge in der Ausbildungsstätte im Zartau haben sich viel vorgenommen. Sie wollen in den nächsten drei Jahren den Beruf des Forstwirts erlernen. Wer bereits das Abitur abgelegt hat, kann die Lehrzeit auf Wunsch auch auf zwei Jahre verkürzen.

"Sie lernen viel über die Gründung und Pflege von Waldbeständen, Naturschutz sowie Hochsitze nach Vorschrift zu bauen und Themen der Jagd", nannte Helmut Jachalke Beispiele. "Zudem müssen sie ihre Arbeitsgeräte wie Motorsäge und Freischneider beherrschen und pflegen lernen."

Frauen und Männer können sich bewerben

Doch damit nicht genug: Auch Praktika in Betrieben werden sie absolvieren und während der technischen Ausbildung in Magdeburgerforth Großmaschinen wie Harvester zur Holz- ernte kennenlernen.

25 Interessenten, Frauen und Männer, hatten sich um eine Lehrstelle beworben, 15 von ihnen sind zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. "Entgegen dem allgemeinen Trend haben wir noch keine Probleme damit, Lehrlinge zu bekommen", sagte Helmut Jachalke. Aber die Zahl der Bewerber nimmt wegen der geburtenschwachen Jahrgänge auch im Forstbereich ab. "Wir hätten aus dem diesjährigen Angebot an Interessenten für unsere Lehrstellen sogar noch mehr junge Leute nehmen können", freute sich Roland Schuppe, der zusammen mit Stephan Miehe als Ausbilder fungiert. Ausgewählt haben sie schließlich fünf "richtig gute Jungs", wie es Helmut Jachalke formulierte. Insgesamt lernen damit wieder 15 Azubis im Zartau.

Der 18-jährige Henrik Schlieder kommt aus Ivenrode. Er ist sozusagen beruflich vorbelastet: Sein Großvater weckte in ihm das Interesse für den Forst. Bei Marcus Jahn aus Oebisfelde, 17 Jahre alt, ist es ähnlich. "Ich habe mit meinem Vater oft im Wald gearbeitet", berichtete der junge Mann. Jonas Behrens (16) aus Schernikau, Moritz Labyk (18) aus Voitze und Robin Boese (16) aus Kuhfelde vervollständigen den Jahrgang.

Gute Aussichten für einen Arbeitsplatz

Vor ihnen liegen anstrengende und auch schöne Ausbildungsjahre. Gut sind laut Helmut Jachalke und Roland Schuppe auch die Aussichten, nach der Lehre eine Arbeitsstelle zu bekommen. "Das ist meist kein Problem", sagte der Forstamtsleiter. "Inzwischen können sie sogar auswählen, wohin sie gehen möchten." Dafür sieht er vor allem zwei Gründe: "In den Forstunternehmen steht ein Generationswechsel an. Außerdem wirken sich die geburtenschwachen Jahrgänge aus."

Zudem haben die Absolventen aus dem Zartau einen guten Ruf in der Forstwirtschaft. "Wir hatten sogar schon Anfragen aus Baden-Württemberg und von ehemaligen Lehrlingen, die sich selbstständig gemacht haben", erzählte Roland Schuppe.

Doch bis dahin steht den künftigen Forstwirten noch einiges bevor. "Sie haben sich keinen leichten Job ausgesucht", sagte Helmut Jachalke, auch wenn die Technik bei der Arbeit immer mehr unterstützt." Die Arbeit eines Forstwirts in der Natur sei schön, anspruchsvoll und verlange Selbstständigkeit. Die fünf Neuen wurden anfangs alle mit einer persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet, die ihnen die Arbeit erleichtert und sie schützt. Helmut Jachalke: "Die Leute werden gebraucht."