Ronny Weiland brauchte am Sonnabend bei seinem Konzert in der Nicolaikirche kein großes Orchester, um die knapp 300 Gäste in seinen Bann zu ziehen. Das übernahm seine faszinierende Stimme und auch seine lockere Art und Weise.

Oebisfelde l Schon beim ersten Lied, der Klassiker "La Pastorella", füllte sein gewaltiger, unter die Haut gehender Bassbariton das Schiff der Nicolaikirche aus. In der Folge stellte Weiland jedoch nicht nur seine als "Extraklasse" bezeichnete Stimme unter Beweis, sondern der Künstler erwies sich auch als ein angenehmer Plauderer. Auf seine Frage, wer ihn denn schon einmal bei einem Auftritt live erlebet habe, meldete sich nur eine Frau. Weiland: "Das ist der Grund, warum ich heute in Oebisfelde bin und mit ihnen einen schönen Nachmittag verbringen möchte."

Und Weiland legte sich ins Zeug, für einen schönen Nachmittag - mit der "Moldau" von Bedich Smetana und "La Montanara". "Musikalisch bin ich in einigen Richtungen unterwegs, außer Heavy Metal", erklärte der Sänger schmunzelnd und fügte hinzu: Und ich singe live. Auch wenn das hin und wieder bezweifelt wird, weil die Musik wie heute aus der Konserve kommt."

Sein Live-Können beeindruckte vor allem, als Weilands russische Seele zum Vorschein kam. Gerade diese Lieder scheinen für seine Stimme bestens geeignet zu sein und erinnern an den 2008 verstorbenen Ivan Rebroff. Ein Sänger, der von Weiland hoch verehrt wird.

Der 1975 in Jena geborene und in Apolda wohnende Künstler begann seine Karriere über Umwege. Zwar besaß Weiland schon immer eine künstlerische Ader, doch die gewann erst ab Mitte der 2000er Jahre die Oberhand. Zuvor hatte Weiland als Steinmetzmeister, seine Meisterarbeit ist in der Dresdner Frauenkirche zu sehen, einen "ordentlichen" Beruf erlernt. Doch dann startete er durch. Auch im Fernsehen. "Ich bin stolz, dass es uns gelungen ist, einen hochrangigen Künstler einzuladen", sagte Wilhelm Schrader, Vorsitzender des Fördervereins Erhalt der Nicolaikirche.

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