Der Bestand an Kraftfahrzeugen ist in der Stadt Klötze in den vergangenen Jahren gewachsen. Deutlich legten die Krafträder zu: Von ihnen gibt es rund 14 Prozent mehr als noch 2010. Gerade bei Jugendlichen scheinen Zweiräder beliebt zu sein.

Klötze l Genau 245 Kraftfahrzeuge waren am 1. Januar 2014 in der Stadt Klötze mehr zugelassen als noch zum selben Stichtag im Jahr 2010. Der Bestand wuchs damit auf 8201 Fahrzeuge. Das geht aus den entsprechenden Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für die Jahre 2010 bis 2014 hervor.

Gut ein Viertel des Zuwachses entfällt auf Krafträder. Diese legten in den fünf Jahren kontinuierlich zu. Zu dieser Kategorie zählen neben motorisierten Zweirädern auch Fahrzeuge mit drei Rädern sowie leichte vierrädrige Fahrzeuge, etwa Quads. Waren es 2010 noch 452 Krafträder in Klötze, stieg der Bestand bis Anfang 2014 auf 515. Das bedeutet ein Plus von knapp 14 Prozent.

Nach Salzwedel und Gardelegen, wo laut Statistik 962 beziehungsweise 901 Krafträder zum Jahresbeginn zugelassen waren, liegt die Stadt Klötze damit auf Platz drei beim Bestand dieser Fahrzeuggruppe im Altmarkkreis. Im gesamten Kreis gab es laut KBA insgesamt 3699 Krafträder. Vor knapp fünf Jahren waren es noch 3366.

Dreirädrige Fahrzeuge und leichte vierrädrige Kfz spielen dabei nur eine Nebenrolle: Das KBA zählte im Jahr 2014 gerade 12 Dreiräder und 132 Quads im Altmarkkreis.

Mehr Autos als 2010 sind laut Statistik in der Purnitzstadt nicht unterwegs. Vielmehr stagniert die Zahl der Pkw. Zu Jahresbeginn waren es 6488. Das sind zwar 25 mehr als zum Stichtag im Januar 2010, aber auch 3 weniger als noch 2011, als 6491 Pkw in Klötze zugelassen waren. Zugenommen hat hingegen der Bestand bei den Nutzfahrzeugen: Die Zahl der Lastwagen, Traktoren oder Busse ist ebenfalls deutlich angestiegen.

"Für viele ist ein Motorrad ein Freizeitvergnügen."

Frank Jürgens, Motorradhändler

Die Klötzer haben also offenbar Spaß am Zweiradfahren. Und damit geht es ihnen wie vielen Deutschen: Einer Umfrage der Creditplus Bank zufolge würden 37 Prozent der Deutschen tatsächlich mit dem Gedanken spielen, ein Motorrad oder einen Roller zu kaufen. 59 Prozent der Befragten gaben an, dass für sie der Spaß am Fahren das wichtigste Kaufargument sei.

Das beobachtet auch Frank Jürgens. Er verkauft in seinem Klötzer Zweiradgeschäft neben Fahrrädern auch Motorräder. "Für viele Kunden ist ein Motorrad ein Freizeitvergnügen, aber auch ein Luxusgut. Wenn eine Maschine Emotionen weckt, spielt das Geld oft keine Rolle mehr", berichtet der Händler.

Sowieso gebe es nur zwei Preisklassen: Motorräder, die bis 5000 Euro kosten und die Modelle, die ab 15000 Euro beginnen. "Es ist ein Sekt- oder-Selters-Phänomen. Eine Mittelklasse dazwischen gibt es eigentlich nicht", so Frank Jürgens. Während früher noch das Geld auf der Bank gespart wurde, werde es heute schon mal für ein Motorrad ausgegeben.

Bei Käufern ab einem Alter von etwa 50 Jahren, so beobachtet es Jürgens, sei es nicht außergewöhnlich, dass vier oder fünf Maschinen in der Garage stehen. "Diese Kunden leben das Motorradfahren meist schon seit ihrer Kindheit." In Klötze kenne er Zweiradenthusiasten, die mehr als ein Motorrad besitzen.

Vom Klötzer Zweiradmarkt allein könne sein Geschäft allerdings nicht bestehen. Zu ihm kämen Kunden aus zwölf Landkreisen.

Gut ein Drittel seiner Kundschaft machen Jugendliche ab 16 Jahre aus. "Bei dieser Gruppe erzielen wir den Hauptzuwachs", berichtet Jürgens. Beliebt seien bei dem Zweiradnachwuchs Maschinen bis 125 Kubikzentimeter. Diese dürfen schon 16-Jährige mit dem Führerschein der Klasse A1 bewegen. Und das auch relativ schnell: Leichtkrafträder haben eine maximale Motorleistung von knapp 15 PS und erreichen Geschwindigkeiten von über 100 Kilometern in der Stunde. "Die Jungen sind bereits begeisterte Zweiradfahrer und kaufen sich später, wenn sie 18 sind, häufig ein größeres Motorrad. Meist bleiben sie ein Leben lang dabei."

Die schwächeren Motorroller seien hingegen unbeliebt. "Roller spielen bei uns kaum eine Rolle. Keiner will sie fahren." Warum das so ist, dafür hat Jürgens eine Theorie: In der DDR waren Rollerfahrer teilweise als "Weicheier" verschrien. Diese Einstellung werde wohl von manchen Eltern an die Kinder vererbt.

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