Was in den anderen Ortschaften der Stadt Klötze bereits am 25. Mai erfolgt ist, findet morgen nun auch in Steimke statt - die Wahl des Ortschaftsrates. Es gibt vier Bewerber. Die Volksstimme stellt sie vor.

Steimke l Die Stadt Klötze hat zwölf Ortschaften, aber derzeit nur elf Ortschaftsräte. Einer fehlt, und zwar in Steimke. Dort hatten sich zum Wahltermin am 25. Mai keine Interessenten gefunden. Daher wurde ein neuer Termin anberaumt: der 7. September. Morgen also. Die Wahlberechtigten dürfen von 8 bis 18 Uhr im Saal ihre Kreuze machen. Dieses Mal gibt es mit vier Kandidaten sogar eine Punktlandung. Denn aus exakt so vielen Mitgliedern soll entsprechend der Gemeindeordnung der neue Steimker Ortschaftsrat bestehen.

Vom Wahlausschuss sind folgende Personen zugelassen worden: Frank Kraskowski, Undine Wernecke und Katja Dierks von der Wählergruppe "Steimke aktiv" sowie der Einzelbewerber René Raupach.

Kraskowski wurde am 21. Februar 1970 in Steimke geboren. Er ist verheiratet, hat eine Stieftochter und ist von Beruf Automobilbauer. Dass sich im ersten Ablauf niemand zu diesem Ehrenamt bereiterklärt hat, verwundert und enttäuscht ihn. Daher tritt er nun an. Denn: "Es muss doch Leute geben, die sich für Steimke verantwortlich fühlen."

Wollen ein Sprachrohr für die Bürger sein

Dass die Kompetenzen eines Ortschaftsrates ohne eigenen Haushalt limitiert sind, ist Kraskowski wohl bewusst. "Die Macht liegt woanders. Aber ich und die anderen wollen ein Sprachrohr sein, Sorgen und Hinweise der Bürger aufnehmen und nach Klötze weiterleiten. Wenn man nichts sagt, dann passiert auch nichts", meint der 44-Jährige und nennt als Beispiel eine kaputte Straßenlampe, die repariert werden muss. Ideen für größere Investitionen hat Kraskowski gegenwärtig nicht.

Ähnlich äußert sich auch Undine Wernecke. Sie wurde am 9. November 1977 in Salzwedel geboren, arbeitet als Kauffrau und engagiert sich zum ersten Mal in politischer Form. Ihre Motivation: "Ich bin aus Steimke und möchte für Steimke etwas tun. Hier gibt es wohl keinen, der mich nicht kennt. Es gibt keine Hemmschwelle, mich anzusprechen." Ob und in welchem Maß etwas erreicht werden kann, müsse man sehen, sagt Wernecke, der es aber lieber ist, dass sich ein Einheimischer um die Belange des Ortes kümmert, als würde dies jemand anderes tun.

Die zweite Frau im Bunde ist Katja Dierks. Sie wurde am 16. Juni 1963 in Klötze geboren, ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Erzieherin im Kinder- und Jugendheim in Apenburg. Die 51-Jährige gehört der Feuerwehr an, singt im Frauenchor und war Vorsitzende des Steimker Kindertagesstätten-Fördervereins. Zudem wirkte sie im vorherigen Ortschaftsrat mit und möchte weiter "zwischen Steimke und Klötze vermitteln".

Einzelbewerber René Raupach wurde am 14. Februar 1977 in Dresden geboren, wohnt seit Mitte der 1990er Jahre in Steimke, ist liiert und hat zwei Kinder. Raupach ist Berufssoldat und als solcher in Hannover stationiert.

Berufssoldat will Verantwortung tragen

Sein Ansporn, Ortschaftsrat zu werden, ist eindeutig: "Ich sehe es als meine Bürgerpflicht an, Verantwortung zu übernehmen." Ihm geht es darum, im Sinne von Steimke und seinen Bürgern zu handeln. Das bedeutet aus seiner Sicht vor allem, dass Bestehendes erhalten und die Infrastruktur verbessert werden muss. "Dazu müssen wir als Ortschaftsrat mit einer Stimme sprechen und uns gegenüber der Stadt Klötze behaupten." Ein paar Ziele hat Raupach auch schon im Kopf. So blättert die Farbe an der Fassade des Feuerwehrhauses ab. Hier müsste was getan werden. Und in dem Wissen, dass Pächterin Marion Röhrs Mitte November aufhören will, schwebt ihm überdies eine langfristige Lösung für die Gaststätte und den Saal vor. Außerdem missfällt dem 37-Jährigen, dass Autofahrer durch den Ort rasen. Darum will sich Raupach für Tempo-Kontrollen oder bauliche Veränderungen an den Einfallstraßen einsetzen.

Bürgermeister Matthias Mann machte im Gespräch mit der Volksstimme noch auf eine Konstellation aufmerksam, die mit der morgigen Wahl theoretisch eintreten kann: Wenn die drei Bewerber der Wählergemeinschaft so viele Stimmen bekommen, dass ihnen vier Sitze zustehen, dann hätte Einzelbewerber René Raupach das Nachsehen. Es könne aber auch genau umgekehrt kommen: Der Einzelbewerber erhält sehr viele Stimmen, sodass auf ihn zwei Sitze entfallen. Dann wäre ein Kandidat der Wählergemeinschaft eventuell aus dem Rennen. Wenn aber im neuen Ortschaftsrat keine Mehrheiten möglich sind, muss im Extremfall erneut gewählt werden. Das ist jedoch blanke Theorie, so Mann.

   

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