Frischen Apfelsaft für die Schulpausen haben die Beetzendorfer und Jübarer Viertklässler am Montag selbst hergestellt. Auf der Streuobstwiese des Glunz-Werkes ernteten sie die Früchte, die in einer mobilen Mosterei sofort verarbeitet wurden.

Nettgau l Ganze zwei Stunden benötigten die 40 Mädchen und Jungen der vierten Klassen der Grundschulen Beetzendorf und Jübar, um am Montagvormittag die Apfel- und Birnbäume auf der Streuobstwiese am Nettgauer Glunz-Werk komplett leer zu pflücken. Ein Tempo, über das nicht nur Anett Siewert, Assistentin des Werksleiters, staunte, die die zum dritten Mal durchgeführte Ernteaktion auf dem Unternehmensgelände begleitete.

Das Besondere in diesem Jahr: Die Früchte landeten gleich vor Ort in einer mobilen Mosterei, die Almut Joswig und Andreas Wolf aus Apenburg seit wenigen Tagen betreiben und hinter dem Verwaltungsgebäude des Werkes aufgebaut hatten. So konnten die Schüler hautnah miterleben, wie Apfelsaft entsteht, den sie mit dem Becher nur noch abzapfen mussten. "Frischer geht es nicht und die Schüler lernen dabei auch noch jede Menge", freute sich Beetzendorfs Grundschulleiter Carsten Borchert.

Die gemachten Erfahrungen könne man für den Sachkunde-, den Deutsch- und sogar den Mathematikunterricht nutzen. Der Beetzendorfer Arne Kausch ("Mathe ist eines meiner Lieblingsfächer"), der die abgefüllten Fünf-Liter-Saftkartons stapelte, rechnete denn am Ende auch flugs die Gesamtmenge zusammen. "350 Liter, das reicht für den Winter", schmunzelte der Viertklässler. Die Saftpakete wurden am Ende auf die beiden Grundschulen aufgeteilt und sollen der Erfrischung in den Pausen dienen.

"Das ist besser als jedes Schulobstprogramm. Da bekommen die Kinder irgendwelche Äpfel aus dem Supermarkt, hier haben sie die Früchte mit eigenen Händen geerntet und den Saft selbst hergestellt - da haben sie eine ganz andere Beziehung zu", zeigte sich Carsten Borchert restlos begeistert. Der Jübarer, der auch Bürgermeister seiner Gemeinde ist, hatte die Gemeindearbeiter mobilisiert, die die Kisten mit den Früchten von der Streuobstwiese zur mobilen Mosterei bugsierten.

"Die ganze Aktion ist nur möglich dank der engen Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde, dem Glunz-Werk und den beiden Schulen", meinte er. Dass auch gleich noch die mobile Mosterei herangeholt werden konnte, war das Sahnehäubchen. "Ich habe zufällig davon gelesen, dass es so etwas jetzt in Apenburg gibt und spontan angefragt, ob sie uns unterstützen", erzählte Carsten Borchert. Für das nächste Jahr ist eine erneute Pflückaktion mit Direktsaftverarbeitung geplant. "Die Zusage haben wir schon", freute sich der Beetzendorfer Schulleiter, der auch schon ein Auge auf die Obstbäume außerhalb des Werksgeländes geworfen hat.

Kinder durften sich an der Handpresse ausprobieren

Nach der Apfelernte ließen sich die Schüler den selbst erzeugten Saft erst einmal schmecken. "Ein bisschen sauer ist er, aber sehr lecker", lautete die einhellige Meinung. Und an den beiden aufgestellten Handpressen durften sich die Kinder ebenfalls ausprobieren und erfahren, wie früher nur mit Muskelkraft die Früchte zu dem goldgelben Getränk verarbeitet wurden.

   

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