Die Kurvenentschärfung in Apenburg rückt näher, das Land will das leerstehende Eckhaus ("Glupes Erben") kaufen. Doch wann die Cheinitzer Straße endlich saniert wird, steht weiter in den Sternen.

Apenburg/Altensalzwedel l Seit Jahren ist das leerstehende Eckhaus ("Glupes Erben") an der Vorderstraße in Apenburg Schandfleck und Ärgernis zugleich. Doch seine Tage scheinen gezählt. Bis auf einen Erben in Österreich, von dem die Antwort noch fehlt, hätten alle Nachlassempfänger auf das Erbgrundstück verzichtet, informierte Bürgermeister Harald Josten am Dienstag im Rat. Sobald die letzte Verzichtserklärung vorliegt, falle das Grundstück an das Land. Die Landesstraßenbaubehörde will das Gebäude abreißen, damit die enge Kurve an der Landesstraße entschärft werden kann. "Allerdings braucht das Land nur eine Teilfläche, den Rest wird es wohl der Gemeinde zum Kauf anbieten", so Josten. Ursprüngliche Interessenten aus der Nachbarschaft hätten sich zurückgezogen.

Untersuchungen stellt die Landesstraßenbaubehörde auch am zweiten Nadelöhr Vorderstraße/Lindenwall an. Auch hier soll der Kurvenradius entschärft werden. "Eines der beiden Gebäude an der Ecke müsste dafür eigentlich Federn lassen", vermutet Harald Josten. Noch stünde aber nichts fest.

Im Ungewissen sind die Apenburg-Winterfelder Räte auch nach wie vor, was die versprochene Sanierung der maroden Cheinitzer Straße in Apenburg betrifft. Erst wollte das Land sie noch in diesem Jahr vom Ortseingang an der alten Stärkefabrik bis zur Brücke über den Lindenwallgraben mit einer neuen Oberfläche versehen, dann erlahmte das Interesse, nachdem die Gemeinde auf die völlig kaputte Regenkanalisation verwiesen hatte, die im gleichen Atemzug erneuert werden müsste (Volksstimme berichtete). Dazu wäre jedoch ein grundhafter Ausbau der Straße notwendig, zu dem sich die Landesstraßenbaubehörde noch nicht durchringen konnte.

Trinkwasserleitung: VKWA zur Erneuerung bereit

Neuen Schwung in die Überlegungen bringt die Bereitschaft des Verbandes Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (VKWA) Salzwedel, die Trinkwasserleitung zu erneuern, falls die Fahrbahn saniert wird. Erst kürzlich war in der Cheinitzer Straße ein Wasserrohr geplatzt. Weil die Leitung, die nicht überbaut werden darf, unter den Linden liegt, musste einer der Bäume ersatzlos entfernt werden. "Wir müssen jetzt als Gemeinde überlegen, was wir wollen. Denn wenn Straße, Regenkanal und Trinkwasserleitung erneuert werden, müssen wir auch die Nebenanlagen anpacken. Und das wird uns Geld kosten", erklärte der Bürgermeister.

Erste Schätzungen gehen von einer Gesamtsumme von 500000 Euro für das Projekt aus. 105000 Euro würde die Gemeinde vom Landesstraßenbaubetrieb erstattet bekommen, knapp 200000 Euro könnten aus Fördermitteln in die Kasse zurückfließen. "Dann verbliebe ein Eigenanteil der Gemeinde von etwa 200000 Euro, wobei auch noch Anliegerbeiträge erhoben werden", rechnete Harald Josten vor.

Knackpunkt bleibt nach wie vor die Regenentwässerung. "So richtig ist noch immer nicht klar, wer für den Kanal zuständig ist", betonte der Ortschef. Die Gemeinde habe die Wahl, weiter abzuwarten, bis die Zuständigkeiten geklärt und die Leitungen komplett verrottet sind oder in Vorleistung zu gehen. "Auch wenn wir den Schwarzen Peter in der Hand haben", meinte Josten. Letztere Variante sei sogar die bürgerfreundlichere. Denn die Gemeinde könne Fördermittel aus der Dorferneuerung beantragen (Josten: "Aus meiner Sicht würden wir die auch bekommen") und nur auf die Restsumme wären Anliegerbeiträge fällig. Baut jemand anderes die Leitungen, müssten die Apenburger ihre Beiträge auf die Bruttobaukosten entrichten und damit erheblich mehr bezahlen.

Der Bürgermeister wollte vom Rat wissen, ob dieser grundsätzlich für eine Gesamtlösung ist. "Damit ich bei der nächsten Besprechung dem Landesbaubetrieb entsprechende Signale geben kann", so Josten. Es gehe nicht um kostenpflichtige Vorplanungen, entgegnete er Befürchtungen von Apenburgs Ratsherrn Mark Wöllmann. Der hatte davor gewarnt, bereits Geld in die Hand zu nehmen, ohne dass klar ist, ob und wann die Cheinitzer Straße überhaupt ausgebaut wird. "Heute und morgen kommt da nichts auf uns zu", beruhigte Harald Josten. Im Rat gab es durchweg Zustimmung, ein Gesamtpaket für die Straße anzustreben. "Es hat nur in Gänze Sinn, eine Flickschusterei sollten wir vermeiden", meinte etwa der Recklinger Jens Doose.