Die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) hält an ihrem Vorhaben fest, auf der Strecke zwischen Salzwedel und Klötze wieder Schienenverkehr einzurichten. Erstmals sollen zum Martinimarkt Züge rollen.

Salzwedel l Noch gut vier Wochen sind es bis zum Martinimarkt in Klötze. Im Januar hatte Michael Schrader, Vorsitzender des Bahnkundenverbandes (DBV) Altmark-Wendland angekündigt, dass zu dem Volksfest Personenzüge von Salzwedel nach Klötze fahren. Auf der stillgelegten Strecke zwischen Hanse- und Purnitzstadt. Und obwohl es noch einige Unwägbarkeiten gibt, bleibt Schrader optimistisch: "Wir halten daran fest, die Züge müssen fahren. Es wird Zeit, dass auf der Strecke endlich was passiert."

In dieser Woche sind Mitarbeiter der DRE dort mit einem Spezialfahrzeug unterwegs. Mit einem für Schienen geeigneten Unimog mit Mähwerk haben sie Bewuchs entfernt.

Messwagen soll Befahrbarkeit ermitteln

Als nächstes soll ein Messwagen ermitteln, ob Gleise, Schienenbett und vor allem Brücken die vorgeschriebene Stabilität aufweisen. Dass dies so ist, daran hat Gerhard J. Curth, Vorsitzender Geschäftsführer der DRE, kaum Zweifel. Das hätten vorherige Prüfungen ergeben. Allerdings gibt es ein weiteres Problem: Die Deutsche Bahn müsste die Bahnsteige auf der Strecke für den Personenverkehr öffnen. "Was nützen Zugverbindungen, wenn keiner zusteigen kann", fragt Curth. Dahingehend müsse noch mit der Bahn verhandelt werden. Und auch eine Betriebserlaubnis muss nach Abschluss der Messfahrten noch erteilt werden.

Was die Strecke an sich anbelange, sei es aus seiner Sicht denkbar, dass in vier Wochen dort ein oder mehrere Züge rollen. "Auf diesen Termin arbeiten wir hin, aber die DRE hält nur die Infrastruktur vor, den Verkehr bestellt der Bahnkundenverband", betont Curth und räumt ein, dass die Vorgehensweise "Hand in Hand" erfolge. Denn großes Ziel der DRE ist es, die Strecke von Wittenberge bis Klötze und darüber hinaus wieder für den Schienenverkehr vorzuhalten. Für den Abschnitt zwischen Salzwedel und Klötze gebe bereits Verhandlungen mit Güterkunden, die der Bahnkundenverband akquiriert habe, berichtete Michael Schrader, der neben seinem Posten als DBV-Regionalvorsitzender auch Mitarbeiter der Regionaleisenbahn ist. Letztere hat die von der Deutschen Bahn abbestellten Strecken übernommen, mit dem Ziel sie zu reaktivieren und betriebsbereit zu halten.

Von Anliegern der Bahnstrecke gibt es harsche Kritik an deren Zustand und dem der Bahnhöfe. Der Kreis habe damit kein Problem, wenn alle Auflagen abgesichert sind, sagte gestern der Verantwortliche für den Öffentlichen Personennahverkehr, Erhard Prehm, auf Nachfrage zu den Plänen. "Es überrascht mich zwar, aber warum nicht", ergänzte er.