Keine Versäumnisse sieht der Altmarkkreis bei der Bewältigung der Purnitz-Verschmutzung in Apenburg Mitte Juli und weist damit Kritik aus dem Rat zurück. Zugleich wird die Quelle der Verunreinigung bestätigt.

Apenburg l Woher die sauerstoffverzehrende Substanz stammt, die Mitte Juli in die Purnitz bei Apenburg eingeleitet wurde und zu einem Fischsterben geführt hat, steht nun schwarz auf weiß fest. Nachdem bereits Apenburgs Ratsherr Mark Wöllmann während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter von Fotos und Videos gesprochen hatte, die ein in die Purnitz führendes Rohr eines großen landwirtschaftlichen Betriebes in Klötze-Nord als Quelle der Verunreinigung zeigen (wir berichteten), kam jetzt auch die Bestätigung des Altmarkkreises. Der Zufluss der Substanz sei durch dieses Betonrohr erfolgt, das nachweislich zu besagtem Betrieb führe, erklärte Pressesprecherin Birgit Eurich auf Nachfrage der Volksstimme.

Die Existenz besagter Beweisfotos und -videos sei den Behörden bekannt, es sei allerdings nichts dergleichen an sie übergeben worden. "Es wurden jedoch annähernd zeitgleich eigene Dokumentationen vorgenommen", verwies Eurich auf die Ermittlungen vor Ort, die in Abstimmung mit dem Amt für Wasserwirtschaft und Umweltschutz erfolgt seien.

Den Vorwurf von Wöllmann, der Kreis habe nach der Alarmierung zu spät reagiert und erst bei Altensalzwedel Proben genommen, obwohl die Verschmutzung bei Klötze ihren Ausgang nahm, wies die Sprecherin zurück. Das Amt sei am 14. Juli gegen 14 Uhr von einem Bürger informiert worden, dass in der Purnitz schwarzes Wasser fließen würde. "Daraufhin sind unverzüglich zwei Kollegen zur Ursachenermittlung losgefahren. Dies erfolgt grundsätzlich gegen den Strom und ist mit einzelnen Probenahmen und Dokumentationen verbunden. Parallel dazu liefen im Amt weitere Ermittlungen", erklärte Birgit Eurich.

Gegen 14.45 Uhr sei dann ein telefonischer Hinweis auf eine mögliche Einleitungsstelle im Raum Klötze eingegangen - besagtes Rohr eines großen Landwirtschaftsbetriebes. "Der Bürger wurde gebeten, schon einmal dorthin zu fahren und Rückmeldung zu geben, ob sich der Verdacht bestätigt. Aufgrund dieses konkreten Hinweises fuhren sofort zwei weitere Kollegen von Salzwedel aus direkt an den angegebenen Ort und nahmen dort die Ermittlungen auf", stellte die Sprecherin klar. Amtsmitarbeiter seien vor Ort gewesen und hätten sich auch den Zulauf angesehen. Die Untersuchungen seien inzwischen beendet, das ordnungsrechtliche Verfahren laufe jedoch noch. Bürgermeister Harald Josten hatte zuvor im Rat informiert, dass die strafrechtlichen Ermittlungen mangels Nachweisen eingestellt wurden.

Angelgewässer ist bis heute tot und ohne Fische

Von der zweiten Verschmutzungswelle am 14. Juli (die erste gab es bereits am 9. Juli an der Purnitz) waren auch die Apenburger Anglerteiche betroffen, da die Sperrung des Zuflusses nach zwischenzeitlicher Verbesserung der Wasserqualität aufgehoben wurde. Sämtliche Fische gingen zugrunde, das Gewässer kippte um und ist bis heute tot. Der Angelverein fühlte sich von den Behörden alleingelassen und bleibt bis heute auf den Schäden sitzen.

Doch auch hier sieht der Altmarkkreis keine Versäumnisse. Das Veterinäramt, das für die Überwachung der Fischbestände und damit auch für den Apenburger Angelteich zuständig ist, habe im ständigen Informationsaustausch mit den anderen Ämtern der Kreisverwaltung gestanden, so die Pressesprecherin.

Sprecherin: Angler wurden über Entsorgung informiert

Nachdem ein Apenburger Ratsmitglied nachgefragt habe, wo die vielen toten Fische hin sollen, sei über die "Möglichkeit und Notwendigkeit einer Abholung zur Firma Sec-Anim GmbH in Mützel" informiert worden. "Genaue Angaben mit Telefonnummer erhielten auch weitere handelnde Personen vom Amt für Wasserwirtschaft und Naturschutz bei einer Vor-Ort-Kontrolle", erklärte Birgit Eurich.

Auch eine vom Apenburger Angelverein initiierte Zusammenkunft am 4. August, an der Vertreter des Vereins, des Umwelt- und des Veterinäramtes sowie des Fischseuchenbekämpfungsdienstes des Landesverbraucherschutzamtes teilnahmen und bei der eine Seuche als Ursache des Fischsterbens ausgeschlossen werden konnte, habe "keine Hinweise auf bestehende Kritiken in der Zusammenarbeit mit den anwesenden Ämtern und auch keine offenen Fragen zur Entsorgung der toten Fische" ergeben.